Bestseller-Fortsetzung
„Superfreakonomics“ enttäuscht auf ganzer Linie

Vor vier Jahren haben Steven Levitt und Stephen Dubner den Bestseller "Freakonomics" geschrieben, der vier Millionen Mal verkauft und in 35 Sprachen übersetzt wurde. Jetzt folgt mit "Superfreakonomics" die Fortsetzung. Sie ist eine einzige Zumutung.
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LONDON. Es ist einer dieser kalten, grauen Novemberabende in London, bei denen niemand freiwillig vor die Tür geht. Vor einem Kino in der Innenstadt jedoch warten Hunderte junge Leute geduldig auf Einlass. Es sind keine Hollywood-Stars, die sie heute Abend zu Gesicht bekommen, und auch keine Musiker.

Ein Volkswirt und ein Journalist sind es, die an die 1 000 Menschen ins "Peacock Theatre" der London School of Economics locken: Steven Levitt, Ökonomie-Professor aus Chicago, und Stephen Dubner, freier Journalist aus New York. Mit ihrem neuen Buch versuchen sie jetzt, sich selbst zu kopieren. Doch das ist ihnen nicht gelungen.

Ihr neues Buch mit dem Titel "Superfreakonomics" ist eine einzige, 270 Seiten lange Enttäuschung. Allein schon deshalb, weil es von gehöriger Chuzpe zeugt, in diesen Zeiten ein allgemeines, populärwissenschaftliches Ökonomie-Buch auf den Markt zu bringen, in dem die größte Wirtschaftskrise seit der Großen Depression gerade mal in zwei, drei Nebensätzen erwähnt wird.

Eine erstaunliche Mischung aus Oberflächlichkeit, Ignoranz und Arroganz zeichnet das Buch aus, gepaart mit einer ermüdenden Weitschweifigkeit. Bemerkenswert tumb zum Beispiel ist der Versuch von Levitt und Dubner, die experimentelle Wirtschaftsforschung zu diskreditieren und das Menschenbild des "Homo oeconomicus" zu reanimieren.

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  • Journalismus wird beim Handelsblatt anscheinend klein geschrieben. Vielleicht hätte man zuerst das buch lesen sollen bevor man meint schreiben zu müssen, dass das buch enttäuscht. Alles beispiele wieso das buch schlecht sein sollen sind eindeutig falsch. Caldeira z.b. hat das komplette Kapitel Probe gelesen und ihm ist der Punkt mit dem CO2 auch erst aufgefallen, als man ihn darauf angesprochen haben.
    Ebenfalls belegen die Autoren ausführlichst wieso Diktator und Ultimatum wissenschaftlich falsch aufgebaut sind und der Homo oeconomicus doch zutrifft. Peinlich, sehr peinlich Handelsblatt.

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