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BVK-Teilstatistik Venture Capital 2004

Investitionen in Neugründungen sowie wachstumsstarke junge und etablierte Unternehmen haben im ...

Investitionen in Neugründungen sowie wachstumsstarke junge und etablierte Unternehmen haben im Jahr 2004 erstmals seit dem Jahr 2000 Zuwächse verzeichnet. Dies geht aus der vom Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften e.V. (BVK) veröffentlichten Teilstatistik für Venture Capital hervor. Die 80 berücksichtigten Beteiligungsgesellschaften investierten einer Pressemitteilung des BVK zufolge im Jahr 2004 insgesamt 1079,4 Mio. € in 890 kleine und mittlere Unternehmen (2003: 707,9 Mio. € in 825 Unternehmen); das entspricht beim Volumen einem Wachstum um rund 53% und bei der Anzahl der Unternehmen um 8% gegenüber dem Vorjahr. Gemessen am Investitionsvolumen des gesamten Private Equity-Markts (Venture Capital und Buy-outs) in Höhe von rund 3,8 Mrd. € ging der Anteil von Venture Capital allerdings leicht auf 28,7% zurück (2003: 29,4%).
Die Early stage-Investitionen in junge, vornehmlich technologieorientierte Unternehmen waren den Angaben des BVK zufolge seit dem Boom von 1,6 Mrd. € im Jahr 2000 bis auf 292,4 Mio. € im Jahr 2003 eingebrochen. Dieser Teilbereich habe im Jahr 2004 mit 353,5 Mio. € erstmals seit drei Jahren wieder einen Anstieg verzeichnen können, wobei insbesondere im vierten Quartal 2004 mehr Investitionen realisiert worden seien. Die Investitionen im Bereich Later stage-Venture Capital seien ebenfalls stark zurückgegangen gewesen bis auf 415,5 Mio. €. 2004 hätten auch sie mit 725,9 Mio. € erstmals seit 2000 wieder ein Plus erreicht. Unter dem Strich hätten sich für 2004 Zuwächse von fast 75% bei Later stage- und 21% bei Early stage-Venture Capital ergeben.
Die Zahl großer Expansions- und Replacement-Finanzierungen bei etablierten Mittelständlern, teilweise mit Mezzanine-Kapital, habe deutlich zugenommen. Das Finanzierungsinstrument Private Equity werde inzwischen auch von etablierten Mittelständlern verstärkt genutzt. Allein die Expansionsfinanzierungen seien im Vergleich zu 2003 von 373,8 auf 611,9 Mio. €, Replacement-Finanzierungen sogar von 4,3 auf 92,5 Mio. € gewachsen.
Die größten Einzelinvestitionen erfolgten laut dem BVK in den traditionellen Branchen wie Maschinenbau und Industrieautomation, weshalb im Gegenzug der Anteil der Venture Capital-Investitionen in den Technologiebranchen Informations- und Kommunikationstechnologien, Biotechnologie und Medizin von rund 55% auf knapp 49% aller Venture Capital-Investitionen sank. Dennoch blieben technologieorientierte Unternehmen nach wie vor Schwerpunkt der Investitionsaktivitäten: Allein im Early stage-Bereich entfielen auf sie fast 76% des Investitionsvolumens. Regionale Schwerpunkte der Investitionstätigkeit waren im vergangenen Jahr die Bundesländer Bayern mit 24,7% sowie Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen mit jeweils 20% des Investitionsvolumens.
Wenig überraschend sei die Tatsache, dass es sich bei der Mehrzahl der finanzierten Unternehmen um kleine Unternehmen mit bis zu 100 Beschäftigten (83%) bzw. mit bis zu 10 Mio. € Jahresumsatz (81%) handele. Nach Berechnungen des BVK beschäftigten die im Jahr 2004 mit Venture Capital finanzierten Unternehmen rund 119 000 Mitarbeiter und erwirtschafteten einen Umsatz von 9,3 Mrd. €. Allein auf Seed- und Start up-Finanzierungen entfielen davon 9900 Mitarbeiter und 660 Mio. € Umsatz.
Das Exitvolumen im Venture Capital-Markt stieg der BVK-Teilstatistik zufolge von 772,6 Mio. € im Vorjahr auf 1022,9 Mio. €. Hauptexitkanal blieben Totalverluste mit 399,9 Mio. €, wovon allein 266,3 Mio. € bzw. rund 71% auf Early stage-Engagements zurückzuführen sind. Weitere große Anteile entfielen auf Trade sales mit 20% und Rückzahlungen mit 14,5%. Zwar seien leichte Verbesserungen im Vergleich zu den Vorjahren erkennbar, aber die Exitsituation im Venture Capital-Bereich bleibe problematisch, da strategische Käufer fehlten.
Der BVK sei optimistisch, dass sich der Venture Capital-Markt weiter erholen wird. Allerdings würden die wesentlichen Impulse vom Later stage-Bereich ausgehen. Speziell beim etablierten Mittelstand sieht der BVK weiteres Potenzial. Early stage- und hier insbesondere Seed-Finanzierungen blieben weiter problematisch. Weitere Verbesserungen für die Finanzierung junger Unternehmen und Gründungen erwartet der BVK vom ERP/EIF-Dachfonds und dem neuen ERP-Startfonds. Hier sollten bereits 2005 Impulse bemerkbar werden.
Die Gesamtstatistik sowie die Teilstatistiken sind im Internet abrufbar unter: http://www. bvk-ev.de.

Quelle: FINANZ BETRIEB, 29.03.2005

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