Deutscher Wirtschaftsbuchpreis für Daniel Schäfer
Am Ende siegt die Wahrheit

Der Autor Daniel Schäfer hat den Deutschen Wirtschaftsbuchpreis 2007 gewonnen. Die Jury unter Vorsitz von Handelsblatt-Chefredakteur Bernd Ziesemer prämierte Schäfers Buch „Die Wahrheit über die Heuschrecken – Wie Finanzinvestoren die Deutschland AG umbauen“.
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FRANKFURT. Die Frankfurter Buchmesse war schon oft ein Ort für herausragende Premieren. So wie am Donnerstagabend, als die größte Bücherschau der Welt die Bühne für einen neuen Literaturpreis bereitete. Es war die Bühne des Daniel Schäfer – des ersten Trägers des Deutschen Wirtschaftsbuchpreises.

Gespannte Erwartung herrscht am frühen Donnerstagabend in der Messehalle 4.0. Der Raum Europa ist gefüllt mit geladenen Gästen – Autoren, Verleger, Journalisten, Wissenschaftler, Buchhändler. Beinahe inkognito betritt Daniel Schäfer den Raum.

Sein Buch ist eines von 80 Werken, die in den vergangenen Monaten eingereicht wurden. Im Frühjahr hatten das Handelsblatt, die Strategieberatung Booz Allen Hamilton und die Frankfurter Buchmesse den Buchpreis ausgelobt. Die zehn besten Titel schafften es am Ende auf die Shortlist. Sie alle standen unter dem Motto „Wirtschaft verstehen“.

10 000 Euro bekommt der erste Träger des Deutschen Wirtschaftsbuchpreises. Das Frankfurter Publikum spendet Beifall für Daniel Schäfer. „Ich bin überrascht“, wird er wenig später sagen. Und – natürlich – er fühle sich „sehr geehrt“.

Sein Buch handelt von einer Branche, die gigantische Geldflüsse in Bewegung setzen kann. Finanzinvestoren sind mächtige, aber ebenso schweigsame Menschen. Ihr Image ist schlecht, ihre Umgangsformen sind manchmal ruppig.

Wenn diese Art wirtschaftlichen Handelns dann ins Zentrum populistischer Politikdebatten rückt, kann eine ganze Berufsgruppe in Misskredit gebracht werden. So hatte SPD-Chef Franz Müntefering in einem Interview das Verhalten „anonymer Investoren“ mit Heuschreckenplagen verglichen. Das ist gerade einmal zwei Jahre her. Viel Unsinn ist seitdem über das Für und vor allem über das Wider von Finanzinvestoren geschrieben worden. Aber nur selten machte sich jemand die Mühe, die Zusammenhänge rund um die als „Heuschrecken“ verunglimpften Investoren zu beleuchten.

Genau diesem Anspruch wird Daniel Schäfers Buch gerecht. Er erklärt und erläutert, ohne zu verherrlichen. Sehr deutlich arbeitet er die Risiken der Private-Equity-Branche heraus. Als die amerikanische Hypothekenkrise im Sommer nach Europa schwappte, wurden viele Marktteilnehmer plötzlich sehr nervös, manche gar panisch. Diese Entwicklung konnte Daniel Schäfer in seinem Buch noch nicht verarbeiten, weil er das Manuskript vor dem „Subprime“-Schock vollendet hatte. Umso höher ist sein Fazit zu bewerten: „Möglicherweise entsteht mit den immer größeren Übernahmen und den immer mehr anwachsenden Schuldenbergen ein systemisches Risiko für die Finanzmärkte, das niemand mehr überblicken kann.“ Seine Forderung: Die verschwiegene Beteiligungsbranche solle weltweit zu mehr Transparenz gezwungen werden.

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