DIW
Neuer Chef und neues Image sollen Denkfabrik retten

Kuratoriumschef und Ex-Wirtschaftsweiser Bert Rürup will das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung zur Denkfabrik für moderne Makroökonomie umbauen. Das Interesse am leeren Chefposten hält sich jedoch in Grenzen.
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Frankfurt, LondonDie Suche nach einem neuen Chef für das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin geht in die heiße Phase. Die Denkfabrik hat dabei Ende April eine wichtige Hürde genommen: Der Besuch der Gutachter der Leibniz-Gemeinschaft, die die wissenschaftliche Arbeit überprüfen, ist offenbar positiv verlaufen - die Zukunft der Denkfabrik dürfte damit gesichert sein.

In einem internen Schreiben an die Mitarbeiter gab sich der DIW-Vorstand nach der Evaluierung jedenfalls zuversichtlich: „Wir alle haben immer wieder gemerkt, dass die Entwicklung des Instituts auf Anklang stieß“, schrieb die Führungsspitze des Instituts in der vergangenen Woche. „Wir sehen den Empfehlungen der Kommission insgesamt gelassen entgegen.“ Der Bericht der Gutachter dürfte in drei bis sechs Monaten vorliegen.

Für Bewerber um den DIW-Chefposten steigt damit die Gewissheit, nicht ein sinkendes Schiff zu übernehmen. „Die Evaluation hat die Suche nach einem neuen Vorstandschef gelähmt“, berichtet ein Insider.

Das mit 180 Mitarbeitern und einem Jahresbudget von 20 Millionen Euro größte deutsche Wirtschaftsforschungsinstitut steckt in einer Übergangsphase. Im Februar 2011 war der Präsident Klaus Zimmermann nach langen internen Querelen zurückgetreten. Viele Mitarbeiter warfen ihm einen autoritären Führungsstil vor. Das Institut ist nicht mehr bei der prestigeträchtigen Gemeinschaftsdiagnose dabei und war 2009 ins Visier des Landesrechnungshofs geraten. Zudem ermittelte die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf Untreue gegen Zimmermann - Mitte April 2012 wurden die Ermittlungen eingestellt.

Bis zum Jahresende wird das Institut übergangsweise vom altgedienten DIW-Wissenschaftler Gert Wagner geführt. Im Hintergrund zieht der ehemalige Wirtschaftsweise Bert Rürup als Vorsitzender des Kuratoriums die Fäden.

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Vier Bewerbungen liegen vor

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Institut wird umgekrempelt

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  • Was ist nur aus dem DIW geworden?

    Lange ist es her, dass dieses Institut unideologisch seine Arbeit verrichtete. Der Einzug der Neoliberalen in sämtliche Führungspositionen und die haarsträubenden Folgen dieser offenkundig gescheiterten Ideologie prägen das heutige Bild dieser Institution.

    Es ist nur konsequent, dass Bert Rürup - Partner von Carsten Mascheyer in der MaschmeyerRürup AG - im Hintergrund die Strippen zieht, mit subtilem Geld die Puppen und somit auch Gefälligkeits-Gutachten tanzen lässt, an die anschließend Gehirnwäsche-Medien wie die BILD-Zeitung ihre Artikel aufhängen.

    Doch auch die Arbeit Klaus Zimmermanns steht im diffusen Licht: Von der Anklage wegen Steuerverschwendung beim DIW im April mangels Beweisen freigesprochen, gilt Zimmermann darüberhinaus als knallharter neoliberaler Hardliner: So etwa - Zitat Wikipedia - kritisierte er die "Einführung von Mindestlöhnen in der Zeitarbeitsbranche und einen schleppenden Subventionsabbau. In Kritik geriet Zimmermann durch angebliche Zensur und Verfälschung von DIW-Papieren, die nicht im Einklang mit seiner Position zum Fachkräftemangel standen."

  • Es gibt gewiss fähige Leute, die für den Job in Frage kommen. Bert Rürup ist gewiss keine solcher, weil er schon zuviel verbrannte Erde aufzuweisen hat.

    Weshalb sollte man ausgerechnet einen solchen Mann an so eine Spitze bestellen gegen den schon im Vorfeld berechtigte Zweifel vorhanden sind.

    Wer sollte freiwillig solche 'Schuld auf sich laden? Weshalb also die Diskussion?

  • Warum gilt Bert Rürup eigentlich als Wirtschaftsweiser? Immerhin ist er mit seiner MaschmeyerRürup AG laut Unternehmensregister mit 1,3 Mio. Euro bilanziell überschuldet. Sollte ein Finanzkrisenberater der Bundesregierung nicht wenigstens seine eigene Firma im Griff haben?

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