Ehrung
IZA-Preis geht an Briten

Für ihre Erkenntnisse über die Wirkung von Arbeitsmarktinstitutionen werden die beiden englischen Arbeitsmarktökonomen Richard Layard, emeritierter Professor der London School of Economics, und Stephen Nickell von der Universität Oxford mit dem IZA-Preis 2008 ausgezeichnet.

doh/FRANKFURT. Wird über lange Zeit und bedingungslos Arbeitslosenunterstützung gewährt, kann das die Arbeitslosigkeit erhöhen. Werden arbeitsfähige Arbeitslose jedoch gleichzeitig dazu angehalten, aktiv nach Arbeit zu suchen und verfügbare Stellen anzunehmen, und werden sozialstaatliche Transfers nur über einen relativ kurzen Zeitraum gewährt, dürfen sie ruhig großzügig ausfallen. Für diese und weitere Erkenntnisse über die Wirkung von Arbeitsmarktinstitutionen werden die beiden englischen Arbeitsmarktökonomen Layard und Nickell mit dem IZA-Preis 2008 geehrt.

Das erfuhr das Handelsblatt exklusiv von dem von der Deutschen Post-Stiftung gesponsorten Bonner Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA). Heute werden die Preisträger offiziell bekannt gegeben. Der mit 50 000 Euro dotierte, seit 2002 jährlich verliehene Preis zählt zu den wichtigsten Auszeichnungen für Ökonomen.

"Die arbeitsmarktpolitische Debatte in Deutschland und die Reformbemühungen der jüngeren Vergangenheit gehen in beträchtlichem Ausmaß auch auf die Anstöße von Richard Layard und Stephen Nickell zurück", sagte IZA-Direktor Klaus Zimmermann. Die Wissenschaftler seien Pioniere auf dem Gebiet politikorientierter Forschung und Beratung und hätten beispielsweise die erfolgreichen Arbeitsmarktreformen in Großbritannien maßgeblich beeinflusst. "Die heute in vielen Staaten in Anlehnung an das britische Beispiel umgesetzten Regelungen zum ?Fördern und Forden' von Arbeitsuchenden wären ohne ihre Impulse kaum vorstellbar", so Zimmermann.

Zu den wesentlichen Erkenntnissen der gemeinsamen Arbeit von Layard und Nickell zählt zudem, dass Kündigungsschutzregelungen das absolute Ausmaß der Arbeitslosigkeit zwar kaum beeinflussen, die durchschnittliche Dauer der Arbeitslosigkeit jedoch erhöhen. Das heißt: Strikter Kündigungsschutz senke den Umfang kurzfristiger Arbeitslosigkeit - das gehe aber zu Lasten einer steigenden Zahl Langzeitarbeitsloser.

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