Erfolg in der Karriere
Das Geheimnis des langen Lebens

Das besten Lebenselixiere sind soziale Anerkennung und Erfolg, belegen zahlreiche Studien. Wer viel Bestätigung erfährt, lebt länger. Ein Karriereschritt kann das Risiko einer Herzkrankheit um 13 Prozent mindern.
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KölnDer Mann hält sich nicht gerade an gängige Gesundheitstipps. Mit 15 Jahren hat Helmut Schmidt mit dem Qualmen angefangen, und bis heute hat er keinen Überblick, wie viele Zigaretten er pro Tag raucht. Auch Schnupftabak konsumiert der Altbundeskanzler regelmäßig. Dennoch ist Schmidt inzwischen 93 Jahre alt - und so beliebt wie sonst kaum ein Politiker in Deutschland. Laut einer aktuellen Umfrage ist er das größte Vorbild der Deutschen.

Die Anerkennung, die Schmidt zuteil wird, könnte dabei in direktem Zusammenhang mit seiner robusten Gesundheit stehen. Denn Ökonomen stellen in Studien immer wieder fest: Wer bei der Arbeit und in der Gesellschaft viel Wertschätzung erfährt, ist gesünder und lebt länger.

Anerkennung im Beruf ist vor allem für das Herz ein wahrer Jungbrunnen, schreiben die Forscher Michael Anderson (Berkeley) und Michael Marmot (University College London). Die beiden haben Karrierewege und Krankenakten von mehr als 10.000 Angestellten des öffentlichen Dienstes in Großbritannien ausgewertet.

Die Forscher konnten auf eine detaillierte Datenbasis zugreifen: Über 13 Jahre lang wurden Arbeitsplatzwechsel und Arztbesuche der Staatsbediensteten genau erfasst. So konnten sie Karrieristen, die schnell in die Führungsebene aufstiegen, mit Kollegen, die über Jahre auf ein und demselben Posten blieben, miteinander vergleichen. Die Wissenschaftler haben dabei nur Abteilungen und Arbeitsbereiche untersucht, die den Mitarbeitern in etwa die gleichen Aufstiegschancen boten. So erhielten sie möglichst aussagekräftige Ergebnisse.

Staatsbeamte, die im Laufe ihres Lebens mehrfach befördert wurden, litten deutlich seltener an Herz-Kreislauf-Erkrankungen als Kollegen, die den Aufstieg nicht geschafft haben. Jeder einzelne Karriereschritt verringert das Risiko, an einer Herzkrankheit zu sterben, um bis zu 13 Prozent. Die Forscher konnten ausschließen, dass sie Ursache und Wirkung vertauscht haben: Die Ergebnisse lassen sich nicht damit erklären, dass gesunde Menschen häufiger befördert werden.

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Arbeitslosigkeit macht krank

Kommentare zu " Erfolg in der Karriere: Das Geheimnis des langen Lebens"

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  • Hallo,
    dieser Artikel kommt zu etwas anderen ergebnissen:

    http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/befoerderungen-im-beruf-machen-nicht-gluecklicher-a-846371.html

    mal schauen wie sich die weitere debatte entwickelt. spannend!

  • Die Cardinal Frage lautet also:
    Wofür bist du heute aufgestanden.
    Wer das nicht mehr weiß wird krank oder ist schon im Pflegeheim gelandet.

  • O-Ton Ökonomen
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    Denn Ökonomen stellen in Studien immer wieder fest: Wer bei der Arbeit und in der Gesellschaft viel Wertschätzung erfährt, ist gesünder und lebt länger.
    ---------------------

    Ist den Ökonomen nicht aufgefallen, daß es sich bei einer Korrelation auch um eine Wechselwirkung handeln kann?

    Könnte es sein, daß Leute die gesund sind öfter befördert werden?

    Zum Beispiel, weil sie weniger Krankentage haben?

    Könnte es sein, daß Gesundheit auch ein Frage der Lebensführung ist? Wobei das Rauchen nur ein Faktor unter mehreren ist? So daß Menschen die sich vernünftig in Fragen der Lebensführung verhalten auch Vernunft in anderen Dingen zeigen, und so eher "ministrabel" sind als andere?

    Könnte es sein, daß Leute die genetisch besser komponiert sind in vielen Bereichen besser funktionieren - nicht nur in der Gesundheit?

    ---

    Fragen über Fragen.

    Die Interprätation der Artikelschreiber und "Wissenschaftler" sind in politisch korrekter Voreingenommenheit schwerlich zu überbieten.

    Wobei es meinerseits unbestritten ist, daß es Rückwirkungen der sozialen Umgebung auf die Lebenserwartung auch geben muß. Das sagt einem der gesunde Menschenverstand.

    Der von diesem Artikel suggerierte Kurzschluß, daß die gemessenen Korrelationen ausschließlich auf die Umfeldwirkung auf das Individuum zurückzuführen wären ist von atemberaubender Unwissenschaftlichkeit.

    Demnächst wir das Handelsblatt wohl eine Untersuchung veröffentlichen die beweist, daß Leute die Goldmedaillen bekommen schneller laufen.

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