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Ergebnisse der Abschlussdurchsicht 2004 der Wirtschaftsprüferkammer

Die Wirtschaftsprüferkammer (WPK) hat ihren Bericht 2004 zur Durchsicht der von Wirtschaftsprüfern ...



Die Wirtschaftsprüferkammer (WPK) hat ihren Bericht 2004 zur Durchsicht der von Wirtschaftsprüfern testierten Abschlüsse deutscher Unternehmen vorgelegt. Das Ergebnis zeigt, dass in 39 Fällen (Vorjahr: 31) der Verdacht auf Berufspflichtverletzungen von Abschlussprüfern besteht. Das entspricht einer Quote von 0,2 Prozent aller durchgesehenen Bestätigungsvermerke und Abschlüsse.

Insgesamt hat die WPK 17 134 (Vorjahr: 16 250) Bestätigungsvermerke und 7947 (Vorjahr: 7072) Abschlüsse durchgesehen. Mit den 39 berufsrechtlich relevanten Fällen hat sich der Vorstand der WPK befasst. Es handelt sich dabei insbesondere um Fälle, in denen eine gebotene Einschränkung des Bestätigungsvermerks unterlassen oder eine nicht mehr aktuelle Rechtslage im Bestätigungsvermerk zugrunde gelegt wurde.

Im Jahr 2004 hat die WPK verstärkt bei den Registergerichten eingereichte Abschlüsse mit dem jeweiligen Testat des Abschlussprüfers angefordert. Hierbei hat sie sich auf bisher noch nicht publizierende Unternehmen konzentriert. Viele Wirtschaftsprüferpraxen wurden so erst-mals in die Durchsicht einbezogen. Dieser Bereich erwies sich als fehleranfällig. Daraus resultierte eine leichte Erhöhung der Beanstandungen.

Einen weiteren Schwerpunkt bildete die Überprüfung der Einhaltung von Rechnungslegungsregeln, die durch das Transparenz- und Publizitätsgesetz eingeführt worden waren (z.B. unzulässiger Ansatz von Sonderposten mit Rücklagenanteil in der Konzernbilanz und Einführung eines Eigenkapitalspiegels). Die Neuerungen des Transparenz- und Publizitätsgesetzes wurden bei Konzernabschlüssen nach dem HGB nicht durchgängig beachtet. Es ist jedoch anzunehmen, dass sich die Praxis schnell auf die geänderte Rechtslage einstellen wird.

Die in den Vorjahresberichten geäußerte Einschätzung der WPK, dass ihre regelmäßigen Hinweise zu einer Verbesserung der Qualität führen werden, hat sich für den Bereich der Durchsicht der nach internationalen Rechnungslegungsregeln aufgestellten Abschlüsse bestätigt. Im Vergleich zum Vorjahr wurden hier erneut weniger Fehler von Abschlussprüfern festgestellt.

Die WPK sichtet fortlaufend die von ihren Mitgliedern geprüften Jahres- und Konzernabschlüsse sowie Rechenschaftsberichte der Kapitalanlagegesellschaften und politischer Parteien. Die Durchsicht bezieht sich auf die formelle Richtigkeit von Abschlüssen.

Als Quellen für die Durchsicht stehen der Bundesanzeiger, bei den Amtsgerichten eingereichte Abschlussunterlagen, Bundestagsdrucksachen sowie das Internet zur Verfügung. Im Fall der nach internationalen Rechnungslegungsregeln aufgestellten Abschlüsse besteht eine Veröffentlichungspflicht im Bundesanzeiger, während bei mittelständischen Unternehmen die Einreichung ihrer Abschlussunterlagen bei dem zuständigen Handelsregister ausreicht.

Die Überprüfung der öffentlich zugänglichen Prüfungsleistungen ist Teil der allgemeinen Fachaufsicht durch die WPK. Im Hinblick auf die Vielzahl der überprüften Unterlagen ist das Ergebnis der Abschlussdurchsicht als repräsentativ anzusehen. Der Bericht der WPK ist im Internet abrufbar unter www.wpk.de/beruf-wp-vbp/abschlussdurchsicht.asp (Pressemitteilung der WPK vom 24. 6. 2005).



Quelle: DER BETRIEB, 08.07.2005

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