Nachrichten
Ergebnisse der Berufsaufsicht über Wirtschaftsprüfer im Jahr 2004

Der von der WPK jetzt veröffentlichte Jahresbericht 2004 zeigt folgende Ergebnisse: . Die ...



Der von der WPK jetzt veröffentlichte Jahresbericht 2004 zeigt folgende Ergebnisse:

  • Die Berufsgerichte haben in acht Fällen Maßnahmen gegen Wirtschaftsprüfer/vereidigte Buchprüfer verhängt. In zwei Fälle wurden mehrjährige befristete Tätigkeitsverbote auf wesentlichen Gebieten der beruflichen Tätigkeit (gesetzliche Abschlussprüfung, Treuhandtätigkeit) ausgesprochen. Die Berufsangehörigen hatten jeweils an gravierendem Anlagebetrug mitgewirkt.
  • Die WPK hat 26 Wirtschaftsprüfer/vereidigte Buchprüfer gerügt, in vier Fällen hat sie zusätzlich Geldbußen verhängt.
  • Die WPK hat die Bestellung bzw. die Anerkennung von zwölf Kammermitgliedern widerrufen. In zwölf weiteren Verfahren kamen die Kammermitglieder dem Widerruf durch Verzicht auf die Bestellung als Wirtschaftsprüfer/vereidigter Buchprüfer bzw. der Anerkennung als Berufsgesellschaft zuvor.



Wie in den Vorjahren zeigt der Bericht die Tätigkeit aller mit der Berufsaufsicht befassten Stellen, also nicht nur die der WPK.

In einem der beiden genannten Fälle eines Anlagebetrugs war einer der Abschlussprüfer zuvor in einem Strafprozess zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt worden.

Der Fall hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt.

Diesem Prüfer wurde nun vom Berufsgericht als zusätzliche berufsrechtliche Maßnahme für vier Jahre verboten, gesetzliche Abschlussprüfungen durchzuführen sowie als Treuhänder, Sachverständiger oder betriebswirtschaftlicher Berater/Interessenvertreter tätig zu werden.

In dem anderen Fall wurde dem Berufsangehörigen, der als Treuhänder tätig geworden war, für die Dauer von fünf Jahren die treuhänderische Vermögensverwaltung untersagt, nachdem das Strafverfahren gegen ihn gegen eine hohe Auflage eingestellt worden war.

Seit dem 1. 1. 2004 können die Berufsgerichte solche befristeten Tätigkeitsverbote verhängen. Dazu Hubert von Treuberg, Präsident der WPK:

"Die Praxis hat die gesetzlichen Änderungen schnell aufgenommen. Es bestand offenkundig der Bedarf, die Lücke zu schließen, die vorher zwischen dem Ausschluss aus dem Beruf und der Geldbuße bestand. Mit der Neuregelung verfügen die Berufsgerichte über ein flexibleres Instrumentarium als bisher."

Mit Blick auf das zum 1. 1. 2005 in Kraft getretene Abschlussprüferaufsichtsgesetz erklärt von Treuberg:

"Seit Jahresbeginn nehmen berufsstandsfremde Personen in der Abschlussprüferaufsichtskommission die fachbezogene Aufsicht über den Berufsstand wahr. Sie kontrollieren auch, ob die WPK die ihr übertragene Berufsaufsicht wahrnimmt. Das zweistufige System der Berufsaufsicht durch die Berufsgerichte einerseits und durch die WPK andererseits bleibt jedoch unangetastet. Gravierende Fälle wie Anlagebetrug gehören wie bisher vor die Berufsgerichte. Es ist richtig, dass über solche Fälle nicht die WPK oder die Abschlussprüferaufsichtskommission entscheiden, sondern allein staatliche Gerichte."

Der Bericht der WPK kann im Internet unter www.wpk.de/berufsaufsicht/berichte.asp abgerufen werden (PM der WPK vom 27. 5. 2005)



Quelle: DER BETRIEB, 03.06.2005

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%