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EU-Kreditwirtschaft gibt sich Zeitrahmen für Bankdienste

Das von der europäischen Kreditwirtschaft geschaffene European Payment Council (EPC) will noch in ...

Das von der europäischen Kreditwirtschaft geschaffene European Payment Council (EPC) will noch in diesem Jahr weitere Schritte Richtung einheitlicher Euro-Zahlungsraum (Single Euro Payment Area/ Sepa) unternehmen, dies meldet die Börsen-Zeitung am 30. 3. 2005. Damit sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, um ab 2008 erste Sepa-Dienstleistungen den Kunden anbieten zu können.
Das ECP hat sich darauf verständigt, die Interbankenprozesse für die Produkte Überweisungen ("credit transfers") und Lastschriften ("direct debit") bis zum Jahresende zu modellieren und im Detail vorzulegen. Für die sog. Debit-Karte sollen noch in diesem Jahr vom EPC die Rahmenbedingungen definiert werden. Die Banken könnten diese Services dann nach Ansicht des EPC ab dem 1. 1. 2008 ihren Privat- und Geschäftskunden anbieten.
Die Priorität wird dabei auf den zwölf Ländern liegen, die jetzt schon den Euro als alleiniges Zahlungsmittel führen. Staaten außerhalb des Euroraums, die aber Mitglieder der Europäischen Union sind, wie Großbritannien, Schweden oder Dänemark, könnten an Sepa teilnehmen, wenn die Sepa-Instrumente nach den gleichen Interbankenregeln abgewickelt würden, erklärte der Zentrale Kreditausschuss (ZKA).
Eine taggleiche Ablösung der nationalen durch die Sepa-Instrumente wird es aller Voraussicht nach nicht geben. Der ZKA erklärte, vieles hänge von der Kundenakzeptanz ab und wie diese sich auf die Migration der nationalen auf die Sepa-Instrumente auswirke. Ab 2008 würden die drei genannten Instrumente wohl parallel angeboten. Ein vollständiger Austausch der Inlandsverfahren bei Bankdienstleistungen könne nur langfristig erreicht werden und nicht kurzfristig bis zum Jahr 2010, wenn Sepa vollendet sein soll.
Das EPC nannte Sepa ein ambitioniertes Vorhaben auf der Basis von Selbstregulierung, der Marktkräfte und des Wettbewerbs. Dies wurde auch vom ZKA unterstrichen, wobei die deutsche Interessenvertretung allerdings erklärte, die Sepa-Instrumente könnten nur abgewickelt werden, wenn für sie einheitliche rechtliche Rahmenbedingungen geschaffen und diese dann in nationales Recht umgesetzt würden.
EU-Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy hatte jüngst erklärt, in der zweiten Jahreshälfte einen Gesetzesentwurf vorzulegen, wenn nötig mit verbindlichen Standards und einem Zeitplan für den Sepa. Die EU-Kommission erklärte, mit einem Richtlinienentwurf sei voraussichtlich zwischen Juli und September zu rechnen. Diese Richtlinie stehe nicht im Konflikt mit dem EPC-Vorhaben. Sie ermögliche erst den harmonischen Rechtsrahmen, der als Voraussetzung für die Errichtung eines Euro-Zahlungsraums notwendig sei.

Quelle: FINANZ BETRIEB, 07.04.2005

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