Nachrichten
EU-Wertpapieraufsicht: Ratingagenturen sollen sich selbst regulieren

Der Ausschuss der EU-Wertpapieraufseher (CESR) hat der EU-Kommission empfohlen, von einer ...

Der Ausschuss der EU-Wertpapieraufseher (CESR) hat der EU-Kommission empfohlen, von einer Regulierung oder Registrierung der Ratingagenturen in der Europäischen Union abzusehen, so eine Meldung der Börsen-Zeitung vom 31. 3. 2005. CESR rät der Kommission, den von der Vereinigung der Internationalen Wertpapieraufseher (Iosco) im Dezember vorgelegten Ratingkodex zur Basis entsprechender Entscheidungen zu machen. Der Inhalt des Iosco-Kodex liefere die richtigen Antworten auf die von der Kommission im Zusammenhang mit diesem Thema aufgeworfenen Fragen. "Es wird davon ausgegangen, dass der Kodex die Qualität und die Integrität des Ratingprozesses sowie die Transparenz des Agenturbetriebs erhöht", kommentierte CESR die Empfehlung.
Der Verhaltenskodex der Iosco regelt die Qualität und Integrität des Ratingprozesses, die Überprüfung der Ratings, die Unabhängigkeit der Ratingagenturen und die Vermeidung von Interessenkonflikten, die Transparenz des Ratings und dessen zeitnahe Veröffentlichung, die Behandlung vertraulicher Informationen sowie die Umsetzung der Kodexgrundlagen.
Im Zusammenhang mit der Durchsetzung der Verhaltensregeln und einer möglichen Registrierung von Ratingagenturen in der EU halbierte CESR die Liste der Alternativen auf zwei Vorschläge, die sie nun Richtung Kommission schickt. Eine klare Mehrheit der CESR-Mitglieder setze sich für eine abwartende Haltung ein, bei der zunächst kein System der EU-Registrierung aufgebaut werde. Vielmehr solle abgewartet werden, wie sich die Iosco-Regeln in der Praxis bewähren. Dabei hätten die CESR-Mitgliedsorganisationen sich bereit erklärt, die Einhaltung des Kodex zu überprüfen.
Sollte die Eigenverantwortung der Agenturen allerdings nicht die gewünschten Ergebnisse bringen, könne dies eine gesetzliche Regelung notwendig machen, so CESR. Deutlich in der Minderheit seien jene Ausschussmitglieder, die ein EU-weites, freiwilliges Anerkennungssystem, verbunden mit einem Berichtswesen über die Einhaltung der Verhaltensregeln, favorisierten.
Zunächst hatte CESR vier Optionen identifiziert, wie eine Regulierung von Ratingagenturen aussehen könnte. Neben der Selbstregulierung und einem formalen Mechanismus zur Anerkennung und dauerhaften Überprüfung hatte der Ausschuss auch eine von einer unabhängigen Einrichtung zu bewertende Einhaltung von Standards in Erwägung gezogen sowie das Heranziehen der Basel-II-Ratingmodalitäten zur Kapitaladäquanz und eine daraus folgende Bewertung der Ratingagenturen.
Mit Blick auf den Wettbewerb unter den Ratingagenturen in der EU ist CESR der Auffassung, dass die Auswirkungen eines regulatorischen Ansatzes nicht klar zu erkennen sind. Es könne nicht mit Sicherheit gesagt werden, ob Regulierungen die Eintrittsbarrieren erhöhten oder aber senkten. Deshalb werde der Kommission empfohlen, von einem gesetzgeberischen Vorgehen auf diesem Feld abzusehen.

Quelle: FINANZ BETRIEB, 07.04.2005

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%