Euro-Rettung
Irland verlässt als erstes den Rettungsschirm

Nach drei Jahren hat Irland als erster Krisenstaat nun den Euro-Rettungsschirm verlassen. Um die wegen Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen schwache Binnenkonjunktur zu beleben, erwägt Noonan weitere Reformen.
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DublinIrland hat nach drei Jahren als erster Krisenstaat nun offiziell den Euro-Rettungsschirm verlassen. „Das ist nicht das Ende des Weges, aber es ist ein wichtiger Meilenstein“, sagte Finanzminister Michael Noonan am Freitag in Dublin. „Wir müssen mit unserer Politik fortfahren.“ Um die wegen Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen schwache Binnenkonjunktur zu beleben, erwägt Noonan eine niedrigere Einkommensteuer. „Wir werden in erster Linie prüfen, wie wir die Steuern als Instrument für Wachstum und Beschäftigung einsetzen können.“

Irland musste vor drei Jahren mit 85 Milliarden Euro von EU und Internationalem Währungsfonds vor der Staatspleite bewahrt werden. Seither hat das Land harte Sparmaßnahmen verabschiedet, um die Finanzen wieder in den Griff zu bekommen. 2015 soll sich das Staatsdefizit nach Prognose der EU-Kommission mit drei Prozent wieder im erlaubten Rahmen bewegen. Bis dahin ist das nur 4,6 Millionen Einwohner zählende Land durchfinanziert, da es sich in den vergangenen anderthalb Jahren mit Geld am Kapitalmarkt eingedeckt hat.

Irland gilt als Vorbild für Griechenland, Portugal und Zypern, die ebenfalls mit vielen Milliarden vor der Pleite gerettet werden mussten. Zudem erhielt Spanien viel Geld, um seine maroden Banken zu sanieren. Von allen Krisenstaaten steht Irland am besten da. 2013 soll die Wirtschaft das dritte Jahr in Folge wachsen, wenn auch nur um magere 0,3 Prozent. Das Tempo dürfte sich 2014 auf 1,7 Prozent und 2015 sogar auf 2,5 Prozent beschleunigen, sagt die EU-Kommission voraus.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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