Euro-Zone in Gefahr

Das ideale Opfer für den Domino-Effekt

Eine US-Studie zeigt, dass die Gefahr der ökonomischen Ansteckung im Euro-Raum höher ist als in anderen Wirtschaftsräumen. Die Rettungspakete für Griechenland erhöhen die Abhängigkeiten weiter - und damit das Risiko.
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Die Ansteckungsgefahr ist im Euro-Raum besonders hoch. Quelle: dpa

Die Ansteckungsgefahr ist im Euro-Raum besonders hoch.

(Foto: dpa)

LondonWirtschaftliche Schocks schwappen in der Euro-Zone so schnell wie nirgendwo sonst von einem Land auf andere über - das ist das Ergebnis einer Studie, die die US-Ökonomin Kristin Forbes am Freitag auf der Notenbank-Tagung in Jackson Hole vorgestellt hat. Forbes hat die Risiken von ökonomischen Domino-Effekten in allen wichtigen Wirtschaftsräumen empirisch untersucht.

Insgesamt ist die gegenseitige Abhängigkeit zwischen verschiedenen Ländern in den vergangen 20 Jahren deutlich gewachsen und die Weltwirtschaft damit verwundbarer geworden, stellte Forbes fest. "Im Euro-Raum haben die Ansteckungsgefahren aber überproportional stark zugenommen", warnt die Professorin des Massachusetts Institute of Technology.

Mehrere Faktoren sind dafür verantwortlich - unter anderem die intensiven Handelsverflechtungen innerhalb des Wirtschaftsraums und das starke Wachstum der grenzüberschreitend tätigen Großbanken. Aber auch der Verlust einer eigenständigen Geldpolitik in den einzelnen Euro-Ländern trägt zur Ansteckungsgefahr bei.

Die Ergebnisse der Studie sind vor allem mit Blick auf die Diskussionen über einen möglichen Ausstieg Griechenlands aus der Euro-Zone relevant. Eine Reihe von Politikern und Ökonomen haben in den vergangenen Wochen mögliche Domino-Effekte eines solchen Schritts heruntergespielt. So hatte der Luxemburger Premierminister und Chef der Euro-Finanzministergruppe, Jean-Claude Juncker, einen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone als "beherrschbar" bezeichnet. Ähnlich argumentierten auch Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) und Unions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU).

Die Studie von Kristin Forbes dagegen macht deutlich, dass die Politik Ansteckungsgefahren ("contagion") nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte. Es sei sehr schwierig - vielleicht sogar unmöglich - dieses Phänomen zu stoppen, lautet das erste Fazit der Untersuchung.

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13 Kommentare zu "Euro-Zone in Gefahr: Das ideale Opfer für den Domino-Effekt"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • 1. Ein garstiger alter Rentner
    2. Ein bezahlter Schreiberling des Systems
    3. Jemand der sich für waaaahnsinnig intelligent und gebildet hält?

    War die richtige Antwort dabei?

  • VERSKLAVUNGSPROPAGANDA...

    Ganz Europa ist pleite, ganz Europa soll sparen, so sagt man uns. FÜR WEN?

    Das ist doch alles gelebter Wahnsinn? Die Lösung ist soetwas von einfach. Die Politik muss sich über die Märkte erheben und diese in die Schranken weisen. Das wird aber nur einheitlich in Europa gehen.

  • Es ist doch klar, dass in einer Welt voller wirtschaftlicher Verflechtungen der Dominoeffekt groß ist. Und? Was ist hier die Quintessenz dieser Studie, die sich rein zufällig mit den Interessen der herrschenden Politik deckt????? Eine Welteinheitswährung, die nie, nie wieder rückgängig gemacht werden kann… wegen der Verflechtung natürlich.
    Ich möchte bitte auch Geld, damit ich so eine Studie anfertigen kann.

  • Rumpelstilzchen

  • Würde aber an der ewigen Suche der Versagerländer nach einem Buhmann nichts ändern.

    Bloß wäre es wieder die böse Bundesbank.

    Die die armen Griechen, Franzosen, Engländer etc. dazu zwingt ihre Zinsen zu erhöhen, zu senken oder sonst-irgend-was.

    Plus ca change, plus c'est la meme chause.

  • 'bjarki' sagt
    -----------------
    Q Rechner: Agitprop der Bundesregierung, dass ist es was Ihre drittklassige Schreibe ausmacht. Weiss doch jeder hier wer Sie sind.
    -----------------

    LOL!

    Dann erzählen Sie doch 'mal bitte in Ihrer erstklassigen Schreibe wer ich bin!

    Schäuble? VERKEHRT!
    Draghi? VERKEHRT!
    Die Iluminaten? VERKEHRT!

    Sie sind dran!

    Dreimal dürfen Sie raten!

  • 'O-Ton 'DeutscherMichel
    ----------------------
    Also keine Panik, im Moment geht es Deutschland prächtig und es profitiert des Malheurs der anderen.
    Aber im Moment leben wir Deutsche wie die Marder im Speck
    ----------------------

    Anstieg der Einkommen aus Lohn, Gehalt und Sozialleistungen pro Kopf 2001-2011

    Deutschland: 16,3 %
    Italien: 32%
    Portugal: 42,1%
    Irland: 44,1%
    Spanien: 44,6%
    Griechenland: 68,8%
    Zypern: 69,7%

    Wer lebt hier "wie die Maden im Speck"?

    ++++

    O-Ton 'DeutscherMichel'
    ------------------------
    Aber im Moment leben wir Deutsche wie die Marder im Speck und auf Kosten der schwächeren EU-Länder die sich gegen unsere Exportlawine wegen der EU-Verträge (Freihandelszone) nicht wehren können.
    -----------------------

    Können sich nicht wehren?

    Selten so einen Schwachsinn gehört.

    Die hätten einfach nur ihre Löhne und Preise nicht wie die Irren erhöhen müssen.

    Dann hätte es gar keine Importlawine gegeben.

    Anstieg der Preise 2001-2011

    Deutschland: 18,1 %
    Irland: 21,4%
    Italien: 25,5%
    Portugal: 26,3%
    Zypern: 28,8%
    Spanien: 32,4%
    Griechenland: 39,1%

    +++

    O-Ton 'DeutscherMichel'
    ------------------------
    Aber im Moment leben wir Deutsche wie die Marder im Speck und auf Kosten der schwächeren EU-Länder die sich gegen unsere Exportlawine wegen der EU-Verträge (Freihandelszone) nicht wehren können. Somit können wir unsere Arbeitslosigkeit über unseren Leistungsbilanzüberschuss exportieren (15 Milliarden im Schnitt PRO MONAT und das seit 17 Jahren)
    ------------------------

    Und schon wieder einer der nicht kapiert hat daß Leistungsbilanzüberschüsse nichts wert sind wenn sie mit amerikanischen subprime-Ramschpapieren und griechischen Staatsanleihen bezahlt werden.

    Deretwegen der Steuerzahler per Bankenrettung oder Griechenlandrettung die Exporte bezahlen muß.

    Man hätte genauso gut die nach USA und Griechenland exportierten BMWs auf Staatskosten kaufen und im Wattenmeer versenken können.

  • Kristin Forbes am Freitag auf der Notenbank-Tagung in Jackson Hole-stellte fest. "Im Euro-Raum haben die Ansteckungsgefahren aber überproportional stark zugenommen",.. Mehrere Faktoren sind dafür verantwortlich… - unter anderem auch der Verlust einer eigenständigen Geldpolitik in den einzelnen Euro-Ländern trägt zur Ansteckungsgefahr bei. (Zitat)

    Hört, hört die Signale aus USA !- Ja - dann lasst uns doch einfach auf die altbewährte eigenständige Geldpolitik zurückgreifen, um den „Fieberherd“ inkl. EZB schnellstens entfernen???

  • Und wer hat die Studie finanziert?

  • Man kann die Studie aber auch so interpretieren, dass eine Vielfalt von Währungen Europa krisenresistenter machen würde, denn dann hätten einzelne Länder mehr Optionen, um wieder wettbewerbsfähig zu werden, ohne gerettet werden zu müssen.

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