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Europaweite Corporate-Governance-Studie

Die neue europaweite Corporate-Governance-Studie von Heidrick & Struggles zeigt eine Verbesserung ...

Die neue europaweite Corporate-Governance-Studie von Heidrick & Struggles zeigt eine Verbesserung der deutschen Corporate Governance (von 10,92 auf 11,08 im Rating). Trotzdem rutscht Deutschland im europäischen Vergleich um zwei Ränge auf Rang 9 nach hinten.
Laut Studie haben sich deutsche Aufsichtsräte kontinuierlich verbessert, sie sind transparenter, unabhängiger und professioneller geworden. Trotzdem entwickele sich Deutschland weniger schnell als andere europäische Länder. Dies liege vor allem an der deutschen Gesetzgebung: Die gesetzlich vorgegebene Größe und Zusammensetzung erschweren bisweilen effiziente, offene und unabhängige Diskussionen als Grundlage für eine wirkungsvolle Arbeit.
Der Anteil ausländischer Aufsichtsräte liege unverändert mit 7% deutlich unter dem europäischen Durchschnitt von 16%. Die meisten Aufsichtsräte seien nach wie vor zu national besetzt. Ursache dafür seien zum einen häufig erforderliche deutsche Sprachkenntnisse und zum anderen die geringe Bereitschaft ausländischer Kandidaten in mitbestimmte, deutsche Aufsichtsräte einzutreten.
Die Bezüge deutscher Aufsichtsräte entsprächen dem europäischen Mittel von rund € 63 500 pro Jahr. Deutsche Aufsichtsräte tagen im Schnitt fünfmal pro Jahr. Europaweit habe die Sitzungsfrequenz auf 8,7 Sitzungen pro Jahr (gegenüber 6,8 Sitzungen pro Jahr 1999) deutlich zugenommen.
Deutschland liege im Bereich "Board Assessment" an der Spitze. Externe Berater unterstützen bei der Neubesetzung, beurteilen die Leistungen der Aufsichtsräte und empfehlen Maßnahmen zur Effizienz-Erhöhung. Dies unterstreiche deutlich das Bestreben deutscher Unternehmen, die Corporate Governance weiter zu verbessern.
Der Frauenanteil sei mit 11% gegenüber 2003 leicht gestiegen und liege deutlich über dem europäischen Schnitt von 7,3%. Dabei stellen die Arbeitnehmer-Vertreterinnen den größten Anteil. Aktionärs-Vertreterinnen sind nach wie vor rar. Hier steht eine erhöhte Nachfrage einer zu geringen Zahl an potenziellen, qualifizierten Kandidatinnen gegenüber.
Die zum vierten Mal durchgeführte Studie erfasst 294 Unternehmen in 10 europäischen Ländern. Die Auswahl der Unternehmen erfolgte aufgrund der Marktkapitalisierung, wie sie in nationalen Indices wie z.B. FTSE 100 oder DAX 30 erfasst ist. Die Studie untersuchte die drei Hauptmerkmale struktureller Corporate Governance: Arbeitsweise des Aufsichtsrats, Zusammensetzung des Aufsichtsrats sowie Offenheit und Präzision der Angaben über Bezüge und Positionen der einzelnen Aufsichtsratsmitglieder. Jedes Unternehmen wurde gemäß diesen Kriterien individuell ausgewertet, anschließend wurde daraus der jeweilige Länderindex errechnet. Die Studie ist abrufbar unter: http://www.heidrick.com

Quelle: FINANZ BETRIEB, 25.04.2005

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