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EVCA-Statistik 2004 zum europäischen Private Equity-Markt

Die Investitionen europäischer Private Equity-Investoren sind 2004 auf einen Höchststand von 36,9 ...

Die Investitionen europäischer Private Equity-Investoren sind 2004 auf einen Höchststand von 36,9 Mrd. Euro gestiegen. Deutschland liegt mit einem Marktanteil von 10% bei investierenden Fonds und 14% bei Private Equity-finanzierten Unternehmen auf Rang drei nach Großbritannien und Frankreich. Dies ist das Ergebnis der Jahresbilanz 2004, die die European Private Equity and Venture Capital Association (EVCA), Brüssel, im Rahmen des 20. EVCA-Symposiums in London veröffentlicht hat. Die jährliche Statistik basiert auf der Befragung von Fondsmanagern in 27 europäischen Ländern. Im Auftrag der EVCA wird sie jährlich erstellt von Thomson Venture Economics und PrivewaterhouseCoopers.
Zum 31. 12. 2004 wird das in europäische Portfoliounternehmen investierte Beteiligungskapital auf 156,1 Mrd. Euro geschätzt (2003: 139 Mrd. Euro).
Europäische Beteiligungsinvestitionen erreichten 2004 ein Rekordniveau. Mit 36,9 Mrd. Euro übertreffen sie den bisherigen Höchststand aus dem Jahre 2000 (35,0 Mrd. Euro). Gegenüber 2003 bedeutet dies einen Anstieg um 27% (29,1 Mrd. Euro).
Fast unverändert blieb hingegen die Anzahl der Investitionen: 2004 wurden 10 236 Investitionen getätigt (2003: 10 375). Dabei waren 40% Erstinvestitionen und 60% Folgeinvestitionen. Hinsichtlich des Investitionsvolumens führen die Erstinvestitionen mit 78% gegenüber den Folgeengagements mit 22%. Dies ist vor allem auf die hohen Einstiegsvolumina bei Buy outs zurückzuführen.
Aus Anstieg der Volumina und gleich bleibender Anzahl der Transaktionen ergibt sich ein Anstieg bei der durchschnittlichen Größe eines Private Equity-Engagements: Dieses betrug 2004 3,6 Mio. Euro gegenüber 2,8 Mio. Euro 2003. Der Durchschnittswert von Buy out-Transaktionen stieg von 11,7 auf 14,0 Mio. Euro in 2004. Expansionsfinanzierungen stiegen von 1,3 auf 1,7 Mio. Euro, Start up-Investitionen von 611 000 auf 734 000 Euro.
Alle Investitionsphasen - ob Buy outs, Expansions- oder Start up-Finanzierungen - verzeichneten 2004 einen Anstieg: Den größten Anteil stellen nach wie vor Buy outs. Mit 25,7 Mrd. Euro machen sie 70% aller getätigten Investitionen aus (2003: 18,4 Mrd. Euro / 63%). Expansionsfinanzierungen kommen mit 7,9 Mrd. Euro auf 21% (2003: 6,2 Mrd. Euro / 21%). Beteiligungen an Start up’s konnten 2004 zwar um 13% ansteigen, repräsentieren aber nach wie vor den kleinsten Anteil an allen Investitionen: Mit 2,2 Mrd. Euro machen Start up-Investitionen 6% aller Finanzierungen aus (2003: 2,0 Mrd. Euro / 7%). Seed Investments, also Beteiligungskapital für Unternehmen vor ihrer Gründung, sind von 150 Mio. Euro 2003 leicht auf 148 Mio. Euro 2004 gefallen (anteilig von 0,5 auf 0,4% aller Investitionen).
Ein umgekehrtes Bild zeigt sich bei der Betrachtung der Investitionen nach Anzahl: Expansionsfinanzierungen stehen mit 45% an erster Stelle, gefolgt von Start up-Investitionen mit 30% und Buy out-Investitionen mit 18%. Obwohl es sich in 97% der Buy outs nur um kleine und mittlere Transaktionen handelt, so erreicht ihr Volumen 2004 doch den Löwenanteil von 70% des gesamt investierten Kapitals.
Den größten Anteil des investierten Kapitals lieferten Beteiligungsgesellschaften mit Sitz in Großbritannien mit 52%, gefolgt von Frankreich mit 14, Deutschland mit 10 und Spanien mit 5% aller europäischen Private Equity-Investitionen.
Betrachtet man die Länder nach Standort der mit Private Equity finanzierten Unternehmen, beträgt der Anteil Großbritanniens nur noch 26%, während Frankreich mit 17 und Deutschland mit 14% in geringerem Abstand folgen.
Nach wie vor wird ein Großteil der Investitionen im eigenen Land getätigt: 86% nach Anzahl der Engagements und 65% des Investitionsvolumens wurden in Unternehmen im Land der jeweiligen Fondsgesellschaft getätigt. Investitionen über europäische Grenzen hinweg sind aufgrund uneinheitlicher Fondsstrukturen und Steuersysteme immer noch schwierig: Gemessen an der Gesamtzahl der Investitionen waren lediglich 10% sog. Cross Border-Investitionen (2003: 13%).
Langfristig betrachtet haben sich die Fundraising-Aktivitäten in Europa auf einem Niveau von 25 - 28 Mrd. Euro eingependelt. Die in 2004 bei Investoren eingesammelten Mittel in Höhe von 27,5 Mrd. Euro entsprechen den Vorjahren 2003 und 2002 fast unverändert.
Den mit 10,1 Mrd. Euro größten Teil der Mittel warben britische Beteiligungsfonds ein. Damit entfallen 37% auf Großbritannien, was jedoch auch darauf zurückzuführen ist, dass die meisten pan-europäischen Fonds dort ihren Hauptsitz haben. Schweden folgt mit einem Anteil von 13% (3,7 Mrd. Euro), vor allem aufgrund einer großen dort ansässigen Fondsgesellschaft, die Niederlande mit 12% (3,2 Mrd. Euro).
Fondsgelder, die für den Einsatz in Buy outs bestimmt sind, betrugen 2004 17,8 Mrd. Euro und 65% der eingeworbenen Mittel (2003: 21,0 Mrd. Euro / 78%). Von diesem Rückgang profitiert der Bereich Venture Capital, der sich mit 8,8 Mrd. Euro auf 32% verbessert (2003: 5,7 Mrd. Euro / 21%).
Ausstiege aus Beteiligungsinvestments erreichten 2004 mit 19,6 Mrd. Euro einen historischen Höchststand (2003: 13,6 Mrd. Euro). Dabei dominierten Trade Sales, die mit 4,6 Mrd. Euro fast ein Viertel aller Exits ausmachten. Ausstiege durch einen Börsengang (IPO) oder den Verkauf bereits börsennotierter Unternehmensanteile stiegen um 44% auf 2,3 Mrd. Euro. Betrachtet man lediglich IPO’s, so ist ihr Volumen zwar wieder um 81% angestiegen - dennoch bleibt die Börse als Exitkanal weitgehend verschlossen, entfallen doch lediglich 7% des Exitvolumens 2004 auf sie. Die Totalverluste sind von 12% in 2003 auf 10% in 2004 gesunken.

Quelle: FINANZ BETRIEB, 23.06.2005

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