Nachrichten
EVCA-Studie: Familiengeführte Unternehmen lösen Nachfolgeproblem mit Private Equity

Private Equity (PE) gehört zu den wichtigsten Instrumenten der Nachfolgeregelung im europäischen ...

Private Equity (PE) gehört zu den wichtigsten Instrumenten der Nachfolgeregelung im europäischen Mittelstand und stellt häufig sogar die einzige Lösung für das Fortbestehen eines Unternehmens dar. Das ist das Ergebnis einer am 1. 3. 2005 veröffentlichten Studie der European Private Equity & Venture Capital Association (EVCA) und des Centre for Management Buy-Out Research, Nottingham University Business School (CMBOR). Die Studie gibt Einblick in die Nachfolgeplanungen europäischer Familienunternehmen. Sie analysiert darüber hinaus die Rolle der Beteiligungsinvestoren, die den Generationswechsel sowohl mit finanziellem als auch mit unternehmerischem Beitrag begleiten.
Die Übergabe der Familienunternehmen an die nächste Generation oder an Dritte stelle eine der größten Herausforderungen für das künftige Wachstum der europäischen Wirtschaft dar. Nach Schätzungen der Europäischen Kommission könne in den nächsten zehn Jahren 1,5 Mio. Unternehmen aufgrund von Nachfolgeproblemen die Schließung drohen - das würde den Verlust von 6 Mio. Arbeitsplätzen bedeuten.
Für die Studie "The Contribution of Private Equity to the Succession of Family Businesses in Europe" haben EVCA und CMBOR europaweit Firmenübernahmen durch Management Buy-outs im Detail untersucht. Erfasst wurden 117 Unternehmen, die zwischen 1994 und 2003 einen Buy-out-Prozess durchlaufen haben. Die EVCA-Studie beleuchtet die Entscheidungsfindung für den Buy-out, die Phase der Performance nach dem Führungswechsel sowie den Beitrag der Beteiligungsinvestoren aus Sicht des betreffenden Unternehmens.
Die Nachfolgeentscheidung:

  • Grund für den Unternehmensverkauf war für die meisten Befragten die Suche nach einem Nachfolger.
  • Nur 33% der befragten Firmen haben ihren Generationswechsel mit einer Vorlaufzeit von mehr als einem Jahr geplant. 45,3% taten dies erst im Jahr vor dem Wechsel. 21,7% konnten überhaupt keine organisierte Nachfolgeplanung vorweisen.
  • 31% der Befragten geben an, dass ohne Private Equity keine Nachfolgelösung gefunden worden wäre.


Die Performance nach dem Buy-out:

  • Die Anzahl der Mitarbeiter stieg im Durchschnitt von 263 vor dem Buy-out auf 440 im Jahr nach dem Führungswechsel; dies bedeutet einen Anstieg von 67,3%.
  • Die jährlichen Wachstumsraten nach dem Buy-out betrugen 13,3 bis 15,4% beim Umsatz und 10,3 bis 11,3% beim Gewinn vor Steuern und Zinsen.
  • Der Export von Gütern und Dienstleistungen in außereuropäische Länder stieg vom Jahr vor dem Buy-out bis zum Jahr danach um rund 32%.


Wesentlicher Beitrag der PE-Gesellschaften:

  • Financial: Zu den wichtigsten Leistungen im bilanziellen und operativen Bereich zählten die Überwachung der finanziellen Performance, die regelmäßige Kostenüberprüfung und die Kontrolle der operativen Unternehmensentwicklung.
  • Non-financial: Die Beteiligungsinvestoren fungierten als Sparrings Partner des Managements bei der Entwicklung von Ideen und Visionen, sie stellten Business-Kontakte her und berieten die Geschäftsleitung in der Personalauswahl und-entwicklung.


Eine wesentliche Erkenntnis des Surveys ist, dass PE-Gesellschaften nicht nur eine sinnvolle Lösung für Nachfolgeprobleme liefern, sondern dass sie Wachstum und Entwicklung der Unternehmen im Anschluss an den Buy-out vorantreiben.

Quelle: FINANZ BETRIEB, 29.03.2005

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%