Fachbereich VWL
Uni Düsseldorf: Angriff aus dem Nichts

Bislang fristeten Ökonomen in Düsseldorf ein Schattendasein. Bekannt ist die Heinrich-Heine-Universität für ihre Naturwissenschaftler und Mediziner. Dank einer 40-Millionen-Euro-Spende der Unternehmerfamilie Schwarz-Schütte will die Uni Düsseldorf nun zu einer ernstzunehmenden Adresse für Volkswirte werden.
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DÜSSELDORF. Mit seinem Studienfach ist Patrick Schwarz-Schütte nie ganz warm geworden. Betriebswirtschaftslehre (BWL) hat der heute 56-Jährige studiert, in Hamburg Anfang der 80er-Jahre. Sicherlich, ein paar nützliche Werkzeuge für den Unternehmer-Alltag habe er mitgenommen, sagt er im Rückblick. Aber intellektuell begeistert habe ihn das alles nie. Eine Ausnahme waren die volkswirtschaftlichen Vorlesungen und Seminare, die er als angehender Diplom-Kaufmann belegen musste. „Viel hätte nicht gefehlt, und ich hätte das Fach gewechselt.“ Aber nach einem abgebrochenen Pharmaziestudium und einer Lehre als Industriekaufmann wollte er nicht noch einmal von vorne anfangen – und biss sich durch die BWL.

Seine heimliche Liebe zur Volkswirtschaftslehre (VWL) aber hat sich Schwarz-Schütte, der aus einer der reichsten Unternehmerfamilien Deutschlands stammt, bis heute erhalten. Jetzt kommt sie der Universität seiner Heimatstadt Düsseldorf zugute: 40 Millionen Euro hat seine Familie an die Hochschule gespendet – für den Aufbau eines neuen Fachbereichs für VWL.

Bislang fristeten Ökonomen in der NRW-Landeshauptstadt ein Schattendasein. Bekannt ist die Heinrich-Heine-Universität für ihre Naturwissenschaftler und Mediziner, erst 1990 bekam sie überhaupt eine wirtschaftswissenschaftliche Fakultät. Bislang bietet sie nur BWL, nicht aber VWL als Studiengang an.

Mit nur sieben BWL- und zwei VWL-Professoren sowie gerade einmal 1 200 Studenten ist der Fachbereich einer der kleinsten in Deutschland – und mit seiner Forschung bislang weitgehend unsichtbar. Im Handelsblatt-Betriebswirteranking, das die 25 forschungsstärksten Fakultäten des deutschsprachigen Raums listet, ist Düsseldorf nicht vertreten.

In der Volkswirtschaftslehre jedoch könnte die Heinrich-Heine-Universität dank der Millionenspende nun zu einem ernstzunehmenden Akteur werden. Entsprechend groß sind die Ambitionen: Entstehen soll Deutschlands erste Adresse für alle Fragen rund um die Wettbewerbstheorie und -politik – das „Düsseldorf Institute for Competition Economics“ (DICE).

Fünf neue Professoren und rund 20 wissenschaftliche Mitarbeiter sollen sich in Düsseldorf künftig mit angewandten, empirischen Fragen der Wettbewerbspolitik beschäftigen. Der DICE-Gründungsdirektor steht bereits fest: Justus Haucap, Vorsitzender der Monopolkommission und zuvor VWL-Professor an der Universität Erlangen-Nürnberg.

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