Finanzmärkte
Warum der IWF sich neu erfinden muss

Der Internationale Währungsfonds hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Not in armen Ländern zu lindern. Doch eigentlich bestand die Hoffnung, dass der designierte Chef Dominique Strauss-Kahn ihn auf neue Pfade führt. Braucht man den IWF jetzt überhauopt noch?

WASHINGTON. Als der designierte IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn vor wenigen Wochen dem Fonds eine wichtige Rolle bei der Armutsbekämpfung zuwies, löste der Franzose mit diesen Bemerkungen erste Irritationen aus. Denn eigentlich bestand die Hoffnung, dass der Sozialist den IWF auf neue Pfade führt – und sich von falschen Orientierungen verabschiedet. Als falsch wurde dabei eben jenes Arbeitsgebiet erachtet, das sich der Fonds erst nach und nach angeeignet hatte – die Linderung von Not in armen Ländern.

Nicht nur eher radikale IWF-Kritiker wie Allan Meltzer glauben jedoch, dass dieses Gebiet zur Weltbank gehört und nicht zum IWF. Und auch eher wohlmeinende IWF-Analysten wie Edward Truman, einst Assistant Secretary im amerikanischen Finanzministerium, sind davon überzeugt, dass sich der Fonds auf sein Kerngeschäft konzentrieren muss, will er überleben. Ob diese Wende ausgerechnet mit Strauss-Kahn gelingen wird?

Der 58-Jährige hat sich zum Ziel gesetzt, über den Fonds die Folgen der Globalisierung wenn nicht zu steuern, doch aber abzufedern. Alle Länder, gerade auch die armen, sollen die Früchte der Globalisierung genießen können, meint Strauss-Kahn. Das mag ihm Sympathien bei den Entwicklungsländern einbringen. Doch hört es sich all zu ähnlich an wie Bob Zoellicks Strategierede, die der neue Weltbank-Präsident vor wenigen Tagen hielt. Überschneiden sich aber beide Institutionen in einem wichtigen Bereich, dann dürfte dies die Debatte, ob man den IWF überhaupt noch braucht, eher noch anfachen.

Doch immer noch gibt es eine stattliche Fraktion gibt, die darauf hofft, dass die alten Zeiten zurückkehren. Im Windschatten verschiedener Finanzkrisen segelte der Fonds in den 90er-Jahren ausgesprochen komfortabel. Da fiel es auch nicht besonders auf, dass der IWF sich eher sachfremden Aufgabenfeldern zuwandte.

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