Folgen der US-Immobilienmarktkrise
Harvard-Ökonom warnt vor erneutem Ausbruch der Finanzkrise

Der Harvard-Ökonom und ehemalige Chefvolkswirt des Internationalen Währungsfonds, Ken Rogoff, warnt vor einem neuen Ausbruch der Finanzkrise. Im Interview mit dem Handelsblatt sagte Rogoff, "wenn die Immobilienpreise in den USA nochmals zehn bis 15 Prozent fallen, was ich annehme, wird der Dollar einbrechen, die Zinsen werden in die Höhe schießen und die Krise wird wieder da sein."
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DÜSSELDORF. Rogoff rechnet damit, dass Regierung und Notenbank in diesem Fall mit Hilfen für die Finanzindustrie und den Immobiliensektor im Volumen von 500 Milliarden bis zu meherern Billionen Dollar reagieren werden. Seiner Ansicht nach wird die internationale Vormachtstellung der USA und des Dollars langfristig unter der Krise leiden: "Der Euro wird am Ende der größte Nutznießer sein. Wahrscheinlich wird er in seiner internationalen Bedeutung bis zum Jahr 2020 mit dem Dollar gleichgezogen haben."

Der international renomierte Ökonom kritisiert scharf die Rating-Agenturen und fordert auf deren Seite personelle Konsequenzen. Die Rolle der Rating-Agenturen beim Vertrieb von Subprime-Krediten ist skandalös. Ich finde es unglaublich, dass die Verantwortlichen nicht allesamt ihre Jobs verloren haben." Gleichzeitig fordert er Konsequenzen von der Politik. "Ich bin entschieden dafür, den Rating-Agenturen jegliche Monopolrechte zu nehmen und die Branche für den Wettbewerb zu öffnen." Die Investmentbanken sollte nach Ansicht Rogoffs einer schärferen Kontrolle durch die Notenbank unterworfen werden.

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