Forschungsleistung der Denkfabriken
Ifo-Institut hängt alle ab

München hui - Kiel pfui. Auf diesen Nenner lassen sich die Ergebnisse einer neuen Studie zur Forschungsleistung der ökonomischen Denkfabriken in Deutschland bringen. Das Ifo-Institut konnte seine Marktführerschaft 2006 verteidigen, im Kieler Institut für Weltwirtschaft brach die Forschungsleistung ein.
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Das Münchener Ifo-Institut ist die derzeit forschungsstärkste ökonomische Denkfabrik in Deutschland. Mehr als jeder vierte Artikel, der 2006 von deutschen Forschungsinstituten in internationalen Journals publiziert wurde, stammt von Ifo-Mitarbeitern.

Das zeigt eine Studie des Wirtschaftswissenschaftlers Martin Steininger von der Technischen Universität München, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt. Steininger hat bereits im vergangenen Jahr die Publikationsleistung der Institute analysiert und seine Studie nun bis 2006 aktualisiert. Grundlage der Untersuchung sind Veröffentlichungen in 64 Fachzeitschriften. Dabei berücksichtigte Steininger unter anderem die wissenschaftliche Qualität der Zeitschrift, die Länge des Aufsatzes sowie die Zahl der Co-Autoren.

Im vergangenen Jahr steigerte das Ifo-Institut seinen Forschungsoutput erneut deutlich - um rund 17 Prozent. "Die Research-Fellows des CES-Ifo-Netzwerkes wurden dabei nicht mitgezählt", betont Steininger. Da auch die meisten anderen Denkfabriken mehr publizierten, blieb der Marktanteil von Ifo mit 28,6 Prozent quasi gleich. Das Mannheimer ZEW folgt mit knapp 17 Prozent auf dem zweiten Platz, das Berliner DIW ist mit 13 Prozent die Nummer drei.

Das Kieler Institut für Weltwirtschaft war 2006 der große Verlierer. Sein Marktanteil brach von fast 13 auf sechs Prozent ein. "Dabei dürfte es sich aber um einen vorübergehenden Ausreißer handeln", betont Steininger. Denn: Bis eine fertige wissenschaftliche Arbeit in einer Fachzeitschrift erscheint, vergehen oft mehr als zwei Jahre. Daher zeigt sich erst jetzt das volle Ausmaß der Krise, in die das IfW nach dem Abschied seines Präsidenten Horst Siebert gerutscht war. Das Institut suchte fast zwei Jahre erfolglos einen Nachfolger, in dieser Zeit verließen einige forschungsstarke Jung-Ökonomen das Institut. Zudem hat der neue Präsident Dennis Snower dem IfW seit Ende 2004 einen grundlegenden Umbau verordnet. Steininger: "Schon jetzt kann man anhand der für 2007 zur Veröffentlichung akzeptierten Aufsätze erkennen, dass das IfW in diesem Jahr wieder Marktanteile zurückerobert."

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