Gemeinschaftsdiagnose
DIW war zu teuer

Empört war das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) über den Ausschluss bei der Erstellung der Gemeinschaftsdiagnose. Von einer „linkskeynesianischen Kampagne“ bei der Vergabeentscheidung war die Rede. Nun erhielt das DIW die Begründung vom Wirtschaftsministerium.

doh/HB DÜSSELDORF. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung hat "das preislich teuerste" Angebot für die Teilnahme an der Gemeinschaftsdiagnose vorgelegt und unter anderem deswegen nicht den Zuschlag für das halbjährliche Gutachten im Auftrag der Bundesregierung erhalten. Das teilte das Institut jetzt unter Berufung auf eine schriftliche Begründung mit, die es vom Bundeswirtschaftsministerium erhalten habe.

Die Denkfabrik hatte in einer offenen Ausschreibung als einzige der bislang teilnehmenden Institute kürzlich keinen Zuschlag erhalten und daraufhin dem Ministerium vorgeworfen, sich von einer "linkskeynsianischen Kampagne" habe beeinflussen zu lassen. Die Absage bedeutet für das traditionsreiche Berliner Institut nicht nur einen gehörigen Imageverlust, sondern nach eigenen Angaben auch finanzielle Einbußen in Höhe von 200 000 Euro jährlich.

Das halbjährliche Gutachten wird erstmals im Herbst von dem neuformierten Autorenteam vorgelegt. Das Bundeswirtschaftsministerium hatte es im Frühjahr offen ausgeschrieben. Berücksichtigt wurden das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW), das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) zusammen mit dem österreichischen Institut für Höhere Studien, das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) samt IWH Halle und Wifo aus Wien sowie das Münchener Ifo-Institut mit der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich.

Eine Absage erteilte das Bundeswirtschaftsministerium auch dem arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln sowie dem Baseler Bak-Institut zusammen mit Oxford Economics.

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