Generationswechsel
Ifo-Institut verordnet sich Verjüngungskur

Das Münchener Ifo-Institut baut um: Der Chef der Denkfabrik, Hans-Werner Sinn (62), verstärkt im Oktober den Generationswechsel auf Ebene der leitenden Wissenschaftler und beruft gleich die Hälfte seiner acht wissenschaftlichen Bereichsleiter neu. Das erfuhr das Handelsblatt aus Institutskreisen.
  • 1

FRANKFURT. Der Österreicher Gabriel Felbermayr (34), bislang Professor für internationale Ökonomie an der Universität Stuttgart Hohenheim, übernimmt den Bereich Außenhandel. Der Volkswirt erforscht, wie sich Außenhandel und Migration auf Wirtschaftswachstum, Arbeitslosigkeit und Klima auswirken.

Der 38-jährige Tobias Kretschmer, bereits seit vier Jahren Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), leitet künftig den Bereich Industrieökonomik und neue Technologien. Er folgt auf Ifo-Urgestein Gernot Nerb (67), der nach mehr als vier Jahrzehnten am Institut in den Ruhestand geht.

Der Finne Panu Poutvaara (37), der zuletzt Ökonomie an der Universität Helsinki lehrte und Fragen der Steuer-, Sozial-, Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik erforschte, besetzt den Chefposten im Bereich Internationaler Institutionenvergleich neu. Poutvaara folgt auf den 30 Jahre älteren Wolfgang Ochel, der seit 1973 beim Ifo tätig ist.

Für weibliche Verstärkung sorgt Karen Pittel (41), die nach sieben Jahren an der ETH Zürich nun in München die Verantwortung für Klima, Energie und erschöpfbare Ressourcen übernimmt.

Von den Neuzugängen verspricht sich das Haus eine Stärkung seiner wissenschaftlichen Ausrichtung. Wie ihre Bereichsleiterkollegen, Konjunkturchef Kai Carstensen (38), Bildungsökonom Ludger Wößmann (37) und Sozial- und Arbeitsökonom Helmut Rainer (37), haben sie zugleich einen Lehrstuhl an der LMU – und damit eine beamtete Professur. Ein verringertes Lehrdeputat soll ihnen mehr Zeit für Forschung lassen. Einen Weggang muss das Haus allerdings auch verkraften: Thiess Büttner, Bereichsleiter Öffentlicher Sektor, zieht es an die Universität Erlangen-Nürnberg.

Kommentare zu " Generationswechsel: Ifo-Institut verordnet sich Verjüngungskur"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Warum ist diese Umbesetzung eine Meldung im Hb wert? Es ist doch wie überall, man muß missliebige Mitarbeiter durch ihm weggesonnen Mitarbeitern besetzen, nur dann kann das Unternehmen noch mehr Gewinn erzielen, wenn interessiert der Schwachsinn der dann in den Medien verzapft wird. Richtiger wäre gewesen, wenn Herr Professor Sinn in den Ruhestand gegangen wäre. Für mich ist er nicht glaub würdig, er ist wie eine Fahne im Wind, wer das meiste bezahlt, dessen Unsinn verzapft der Professor.
    Danke

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%