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Hintergrund: Was ist eingeschränkte Rationalität?

Was verbirgt sich hinter dem Begriff eingeschränkte Rationalität? Handelsblatt.com erklärt es Ihnen.
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Menschen verhalten sich sehr selten rational. Sie haben keine perfekten Informationen. Sie haben nicht nur die Maximierung ihres eigenen Nutzens im Kopf, sondern auch soziale Interessen. Und sie lassen sich von Leidenschaft verführen. Alle diese Beispiele widersprechen dem neoklassischen rationalen Menschenbild, das Ökonomen lange in den Mittelpunkt ihrer Forschung gestellt haben.

Deshalb arbeiten Ökonomen zusammen mit Psychologen und Soziologen seit rund zwei Jahrzehnten daran, Modelle eingeschränkter Rationalität zu entwickeln. Diese berücksichtigen, dass Menschen systematisch abweichen von der klassischen Rationalitätsannahme. Ursachen hierfür sind unter anderem, dass wir schnell an Grenzen stoßen, wenn wir Informationen aufnehmen und verarbeiten. Außerdem folgen wir oft Emotionen, sind nur begrenzt willensstark und orientieren uns an sozialen Normen.

Experimente spielen bei der Erforschung eingeschränkter Rationalität eine große Rolle: Forscher beobachten im Labor wie zufällig ausgewählte Personen Entscheidungen treffen, etwa in der Rolle eines Unternehmers oder eines Arbeitnehmers. Eingeschränkte Rationalität spielt heute unter anderem eine Rolle für die Erklärung von Streiks, Spekulationsblasen auf dem Aktienmarkt, Konsumentscheidungen und die Reaktionen von Arbeitnehmern auf monetäre und nicht-monetäre Anreize.

Weiterführende Informationen im Internet:

»  Die Seite des Sonderforschungsbereichs „Rationalitätskonzepte, Entscheidungsverhalten und ökonomische Modellierung“.

»  Die Seite des Labors für experimentelle Wirtschaftsforschung von Reinhard Selten in Bonn.

»  Die Seite des Summer Institute on Bounded Rationality in Psychology and Economics 2006 am Wissenschaftszentrum Berlin.

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