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Initiative Finanzstandort Deutschland (IFD) nimmt neue Themen in Angriff

Knapp zwei Jahre nach ihrer Gründung hat die Initiative Finanzstandort Deutschland (IFD) neue ...

Knapp zwei Jahre nach ihrer Gründung hat die Initiative Finanzstandort Deutschland (IFD) neue Themen identifiziert, zu denen die Mitglieder, Institutionen aus allen Bereichen der deutschen Finanzwirtschaft, konstruktive Konzepte und Maßnahmen entwickeln werden, um den hiesigen Finanzstandort und die Wachstumspotenziale der Wirtschaft zu stärken.
Mit Blick auf die drei zentralen IFD-Ziele "Stärkung des Wachstums", "Förderung von Innovation" sowie "Mitgestaltung der Europäischen Finanzmarktintegration" werden sich die mehr als 200 Experten aus den IFD-Mitgliedshäusern um die folgenden sechs Themen kümmern: Bessere Regulierung/Bürokratieabbau; Deregulierung der Fonds-Industrie; Förderung Infrastruktur-Investments; Aufbau Emissionshandel; Förderung Holdingstandort; Kapitaldeckung für die alternde Gesellschaft.
Darüber hinaus will die IFD künftig regelmäßig die Lage des deutschen Finanzsektors analysieren. Die IFD plant deshalb, jährlich einen sog. Finanzmarktreport herauszugeben, der zu den Stärken und Entwicklungspotentialen der deutschen Finanzwirtschaft sowie ihrer Bedeutung als Partner für Unternehmen bzw. Arbeitgeber Stellung nimmt.
Unter dem Oberbegriff "Wachstum" hat die IFD neben den bestehenden Arbeitsgruppen "Ausbau Mittelstandsfinanzierung", "Moderne Finanzausbildung" und "Verbesserung steuerliche Rahmenbedingungen" zwei Arbeitsgruppen zu den Themen "Bessere Regulierung/Bürokratieabbau" und "Deregulierung der Fonds-Industrie" ins Leben gerufen.
Ziel der Arbeiten ist, im engen Zusammenwirken mit dem Zentralen Kreditausschuss (ZKA) eine Bestandsaufnahme deutscher und europäischer Finanzmarktgesetzgebung zu erstellen sowie die daraus entstehenden Belastungen der Finanzwirtschaft zu analysieren. Es sollen Vorschläge für eine schlanke Gesetzgebung konzipiert werden, die eine effektive Regulierung gewährleisten und gleichzeitig bürokratische Bürden für Unternehmen und Institute abbauen helfen. Die Arbeitsgruppe "Deregulierung der Fondsindustrie" hat zum Ziel, Deutschland als Standort für Fondsgesellschaften wettbewerbsfähig zu halten und wird dafür geeignete Vorschläge erarbeiten. Die Arbeitsgruppe Altersvorsorge wird ihr Themenspektrum erweitern. Unter dem neuen Titel "Kapitaldeckung für die alternde Gesellschaft" wird sie sich zusätzlich damit beschäftigen, wie der Aufbau eines Kapitalstocks dazu beitragen kann, die steigenden Gesundheits- und Pflegekosten zu decken. Die Arbeit an den Eigenvorsorgereports und-konten wird fortgesetzt.
Hinter dem Oberbegriff Innovation steht die bereits existierende Arbeitsgruppe "Entwicklung Immobilienmärkte", die als erste ein Konzept für einen deutschen REIT, eine Immobilien AG-Invest nach angelsächsischem Vorbild, erarbeitet und über Fachkreise hinaus bekannt gemacht hat. Aktuell unterstützt die IFD die Bundesregierung bei der gesetzgeberischen Umsetzung des Konzepts mit dem Ziel der Einführung von REITs zum 1. 1. 2006.
Hinzu kommen zwei neue Arbeitsgruppen: Die Arbeitsgruppe "Förderung Infrastruktur-Investments" befasst sich mit der Ausgestaltung von Public-Private-Partnerships (PPP). PPPs aktivieren privates Kapital zur Finanzierung von staatlichen Investitionsvorhaben, wie z.B. Straßen, Brücken oder öffentliche Gebäude, und tragen so zur Entlastung öffentlicher Haushalte bei. Für Investoren sind PPPs eine interessante Anlageform, die wegen des langfristigen Anlagehorizonts nicht zuletzt auch einen Beitrag zur privaten Altersvorsorge leisten können.
Die Arbeitsgruppe "Aufbau Emissionshandel" wird einen Beitrag zum Aufbau eines effizienten Markts für so genannte Verschmutzungsrechte leisten. Nur mit einem funktionierenden, liquiden Markt für diese Rechte lassen sich die im Kyoto Protokoll festgelegten Umweltziele tatsächlich erreichen.
Unter die Europäische Finanzmarktintegration sind die beiden IFD Arbeitsgruppen "Gestaltung Euro-Zahlungsverkehr" und "EU Finanzmarktintegration" zu fassen, mit denen die IFD die Umsetzung des Europäischen Aktionsplans für Finanzdienstleistungen (FSAP) begleitet und sich an der Diskussion um die Gestaltung der Post-FSAP-Politik der Europäischen Kommission beteiligt. Wie Binnenmarktkommissar McCreevy anlässlich seines Treffens mit den IFD-Initiatoren im Dezember 2004 bereits betonte, liefert die IFD mit ihrem europapolitischen Engagement wichtige Beiträge für eine praxisorientierte Politik und Gesetzgebung. Diese fruchtbare Zusammenarbeit soll weiterhin fortgesetzt werden.
Neu ist die Arbeitsgruppe "Förderung Holdingstandort", die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Bedingungen für die Ansiedlung von Holdings in Deutschland so zu verbessern, dass ein fairer Wettbewerb mit anderen europäischen Standorten möglich ist. Im Rahmen der Arbeiten sollen die Bedingungen am Standort Deutschland analysiert und mit denen der europäischen Mitbewerber verglichen werden. In diesem Zusammenhang geht es nicht nur darum, Schwachstellen zu identifizieren, sondern Vorteile und Stärken herauszuarbeiten, mit denen Deutschland international werben könnte.
Die IFD versteht sich jedoch nicht nur als eine Ansammlung von Arbeitsgruppen, sondern will sich themenübergreifend für die Interessen des Finanzstandorts Deutschland einsetzen. Ein Großteil des zukünftigen Engagements soll deshalb darauf gerichtet sein, den Dialog mit Entscheidungsträgern in Deutschland und Europa zu suchen. Den Auftakt dazu bildet der Parlamentarische Abend der IFD im Hause der DZ-Bank am Pariser Platz in Berlin. Hier wird sich die IFD erstmals gegenüber Abgeordneten des Deutschen Bundestags, Vertretern der Landesregierungen und ausgewählter Botschaften präsentieren. Noch vor der Sommerpause ist eine ähnliche Veranstaltung vor Abgeordneten des Europäischen Parlaments, hochrangigen Vertretern der Europäischen Kommission und der EU-Mitgliedstaaten in Brüssel geplant. Weitere Aktivitäten werden folgen.
Die IFD ist im Mai 2003 als Zusammenschluss von Instituten aus allen Bereichen der deutschen Kreditwirtschaft, der Versicherungen, der Deutschen Börse, der Deutschen Bundesbank, des Bundesministeriums der Finanzen sowie der Spitzenverbände der deutschen Finanzwirtschaft gegründet worden. Ihr Ziel ist es, mit konkreten Produkten und Maßnahmen Nutzen für Privatkunden und Unternehmen zu stiften. Weiter leistet die IFD einen Beitrag zur politischen Diskussion mit Entscheidungsträgern auf verschiedenen Ebenen. Die Initiative wird getragen von Marktpraktikern aus allen Bereichen der Finanzbranche sowie Fachleuten aus vier großen Verbänden der Finanzbranche sowie aus der Bundesbank und dem Bundesfinanzministerium. Über alle Wettbewerbsgrenzen hinweg arbeiten in den IFD-Arbeitsgruppen Experten aus den teilnehmenden Häusern an pragmatischen und umsetzbaren Lösungen.
Allianz Group Dresdner Bank, Bayerische Landesbank, Bundesministerium der Finanzen, Commerzbank, DekaBank, Deutsche Bank, Deutsche Bundesbank, DZ BANK, Deutsche Börse Group, HypoVereinsbank, KfW Bankengruppe, Morgan Stanley, Münchener Rück, Bundesverband deutscher Banken, Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken, Deutscher Sparkassen- und Giroverband, Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft.

Quelle: FINANZ BETRIEB, 26.04.2005

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