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Internationale Studie zum Gründergeschehen: Gründungsklima eher negativ

Den diesjährigen Länderbericht Deutschland des Global Entrepreneurship Monitor (GEM) stellte am ...

Den diesjährigen Länderbericht Deutschland des Global Entrepreneurship Monitor (GEM) stellte am 16. 3. 2005 Prof. Dr. Rolf Sternberg von der Universität zu Köln gemeinsam mit Dr. Norbert Irsch, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe, und Dr. Ulrich Walwei, Vizedirektor des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit in der KfW Niederlassung in Berlin vor. Die Studie untersucht jährlich das Gründungsgeschehen in Deutschland im internationalen Vergleich. Dabei befragte GEM im vergangenen Jahr in 33 Ländern knapp 150 000 Bürger und mehr als 1350 Gründungsexperten.
Die zentralen Aussagen des Berichts zur Struktur des Gründergeschehens in Deutschland sind:
Die Anzahl der Existenzgründungen aus der ökonomischen Not hat zu-, die der Gründungen zur Ausnutzung einer Marktchance relativ abgenommen. Die Gesamtquote der "werdenden "Gründer ist lediglich minimal gesunken, nämlich um 0,1 Prozentpunkte auf 3,39% und bleibt damit stabil. 16% der "werdenden Gründer" waren zum Zeitpunkt der Befragung bei der Bundesagentur für Arbeit arbeitslos gemeldet.
Erfreulich ist der siebte Rangplatz Deutschlands beim Anteil potenziell wachstumsstarker Gründungen.
Ernüchternd ist dagegen, dass nur 13% der befragten Erwachsenen die Gründungschancen positiv einschätzen - so wenig wie in keinem der übrigen 33 GEM-Länder.
Deutschland belegt bei der öffentlichen Förderinfrastruktur, also der Anzahl und Qualität staatlicher Förderprogramme für Gründer, den ersten Platz. Dies ist ein Zeichen dafür, dass die Förderung von Gründungen hierzulande richtig aufgestellt ist.
In einem Sonderbeitrag widmet sich der diesjährige GEM-Länderbericht ausführlich dem Thema "Existenzgründungen an Schulen und Hochschulen". In Deutschland bestehen sowohl innerhalb von Schulen als auch im außerschulischen Bildungsbereich (Hochschule, Wirtschaft) erhebliche Defizite gegenüber vergleichbaren GEM-Ländern bzgl. der Behandlung des Themas "Existenzgründungen". "Dies ist besonders deshalb bedenklich, weil viele Werte und Einstellungen, die die spätere Gründungsneigung steuern, bereits bei Heranwachsenden von deren Umfeld geprägt werden", erläuterte Wirtschaftsgeograf Prof. Rolf Sternberg. Besonders ernüchternd fällt der internationale Vergleich im Bereich der Schule (Primar- und Sekundarstufe) aus, obgleich eine leichte Verbesserung seit 1999 feststellbar ist. "Hier ist dringend zusätzliches, im Themenfeld Wirtschaft/Gründungen kompetentes Lehrpersonal erforderlich", sagte Prof. Sternberg. "Ohne entsprechende Ausbildung dieses Lehrpersonals an den Universitäten ist keine nachhaltige Verbesserung zu erwarten."
Forschungen des IAB belegen, dass durch eine rege Gründungstätigkeit neue Arbeitsplätze entstehen, die sich auch qualitativ durchaus sehen lassen können. Insofern sind vermehrte Existenzgründungen eine Quelle wirtschaftlicher Dynamik. Allerdings ist bereits lange bekannt, dass dies für "Gründungen aus Not" in geringerem Umfang gilt, als für Gründungen, bei denen andere Motive wie z.B. neue Geschäftsideen im Vordergrund stehen. Dies ist vor allem in Ostdeutschland problematisch, da hier eine mangelnde Beschäftigungsalternative für fast jeden Zweiten der Grund ist, auf die Selbstständigkeit hinzuarbeiten.
Die komplette Studie ist abrufbar unter: http://www.kfw.de/DE/Presse/Pressekonf64/GEM_2004.pdf

Quelle: FINANZ BETRIEB, 07.04.2005

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