Japans Zentralbank-Rat
Kandidat ist dem Parlament nicht locker genug

Japans Regierung hat einen Kandidaten für den geldpolitischen Rat der Zentralbank vorgeschlagen - doch das Parlament hat ihn abgelehnt. Die Begründung: Er stehe einer Lockerung der Geldpolitik zu skeptisch gegenüber.
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TokioDer Konflikt zwischen japanischer Regierung und Parlament über den künftigen geldpolitischen Kurs der Zentralbank spitzt sich zu. Das Oberhaus ließ am Donnerstag einen Regierungskandidaten für den geldpolitischen Rat der Bank of Japan (BOJ) durchfallen. Abgeordnete begründeten die Entscheidung damit, der Chefökonom von BNP Paribas in Tokio, Ryutaro Kono, stehe einer Lockerung der Geldpolitik zu kritisch gegenüber.

Zurzeit sind zwei Posten im Entscheidungsgremium der BOJ unbesetzt. Kandidaten für das Amt benötigen die Zustimmung beider Parlamentskammern. Der Leitzins in Japan liegt bei null bis 0,1 Prozent. Im Februar hatte die Notenbank ihre Anleihenkäufe noch einmal umgerechnet um fast 100 Milliarden Euro aufgestockt. Einige Experten hatten erwartet, die BOJ werde ihren Kurs weiter lockern, um der Konjunktur weiteren Auftrieb zu geben.

Seiji Adachi von Deutsche Securities in Tokio sagte, die Abgeordneten hätten nun klargemacht, das sie niemanden in der BOJ-Spitze tolerieren würden, der einer Lockerung skeptisch gegenüberstehe. Andere Analysten sagten, die Entscheidung des Oberhauses werde keinen direkten Einfluss auf die Geldpolitik haben. Allerdings bleibe die BOJ anfällig für politischen Druck.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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