Jens Clausen
Ein Volkswirt, der alle glücklich machen will

Seit August ist der 35-jährige Volkswirt Jens Clausen Generalsekretär des wichtigsten wirtschaftspolitischen Beratergremiums in Deutschland, das heute der Kanzlerin sein Jahresgutachten übergibt. Wie gut sich dieser Posten als Karrieresprungbrett eignet, haben diverse Vorgänger von Clausen bewiesen.
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WIESBADEN. Von Washington ins beschauliche Wiesbaden, vom Internationalen Währungsfonds (IWF) zum Sachverständigenrat. Der Wechsel, der wenig attraktiv klingt, bedeutet für Jens Clausen einen gewaltigen Schritt nach oben.

Wie gut sich dieser Posten als Karrieresprungbrett eignet, haben diverse Vorgänger von Clausen bewiesen. Angela Merkels Wirtschaftsberater Jens Weidmann zählt ebenso dazu wie Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise und der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, Michael Hüther. Wie viel Einfluss die Stelle ermöglicht, hat Weidmann gezeigt. Unter ihm entstand im Herbst 2002 das Jahresgutachten „20 Punkte für Beschäftigung und Wachstum“, das Gerhard Schröder zum Teil als Blaupause für seine „Agenda 2010“ nutzte.

Für Clausen ist die Institution keine Unbekannte: nicht nur dank seines Doktorvaters Jürgen Donges, der zehn Jahre Ratsmitglied war. Zu Jahresanfang war er selbst Gast im Rat als Gesandter des IWF, wo er im European Department für Deutschland und Österreich zuständig war.

Warum er seinen unbefristeten Vertrag bei einem so renommierten Arbeitgeber wie dem Fonds gekündigt hat? Als Generalsekretär müsse er alle glücklich machen – die Räte, die wissenschaftlichen Mitarbeiter, den Geschäftsführer. „Diese Herausforderung hat mich gereizt“, sagt Clausen. Und noch etwas: „Der Rat ist unabhängig, bietet ein ungeheuer breites Themenspektrum und lässt weit freiere Formulierungen zu als der IWF, wo Diplomatie das höchste Gebot ist.“

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  • Was haben Ökonomen und Meteorologen gemeinsam?
    Natürlich die Summe der irrungen.
    Wer richtet den größten Schaden mit seinen irrungen an?
    Natürlich die Ökonomen!
    Keine berufsgruppe, oder wie man die Horte von Ökonomen sonst noch nennen soll, baut soviel Mist!

    Wem nutzt es?

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