Keynes-Serie im Handelsblatt
Der neue Keynes

In deutschen Ökonomen-Kreisen ist der Keynesianismus bis heute verpönt. International jedoch erlebt er seit Mitte der 90er Jahre eine Wiedergeburt - aber in ganz neuem Gewand. Lesen Sie, was sich hinter dem Neu-Keynesianismus verbirgt und warum er mit Oskar Lafontaine nichts am Hut hat. Teil vier unserer großen Keynes-Serie.
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Wer einen deutschen Ökonomen beleidigen möchte, braucht ihn nur "Keynesianer" zu nennen. Seit Jahrzehnten ist das für Volkswirte hierzulande ein Schimpfwort. Keynesianer, so der Tenor in der Ökonomen-Zunft, sind Ewiggestrige, die veralteten Ideen folgen; Gewerkschaftsfreunde, die höheren Löhnen das Wort reden und von moderner VWL keine Ahnung haben.

Ganz anders ist es in der internationalen Makroökonomie. Dort gibt es seit gut 15 Jahren eine Denkschule, deren Anhänger sich bewusst "Neu-Keynesianer" nennen.

"Wir wollen damit deutlich machen, dass wir den keynesianischen Ansatz adaptieren, unsere Analyse aber auf einem Gerüst basiert, in dem die jüngsten Fortschritte in der ökonomischen Modellierung berücksichtigt sind", schrieben die Ökonomen Richard Clarida (Columbia University), Jordi Galí (Universität Pompeu Fabra) und Mark Gertler (New York University) 1999 im "Journal of Economic Literature". Die neuen Keynesianer lehren an den besten Universitäten und publizieren in den anspruchsvollsten Zeitschriften; ihre Modelle gehören zu den Standard-Werkzeugen der westlichen Notenbanken. In Deutschlands Hochschullandschaft hat diese Bewegung allerdings noch nicht Fuß gefasst.

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