Klimawandel
Wie der Regenwald überleben kann

Die Urwald-Rodung ist einer der Hauptgründe für den Klimawandel. Die am stärksten wachsenden Länder sind oft die größten Sünder. Doch Ökonomen sehen Hoffnung: den technologischen Fortschritt und Landrechts-Reformen.
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KölnEin Schwellenland schafft Platz: Über 6000 Quadratkilometer Regenwald wurden in Brasilien zuletzt pro Jahr abgeholzt – eine Fläche, die mehr als doppelt so groß ist wie das Saarland. Während die Weltgemeinschaft um neue Klimaschutzabkommen ringt, weichen in Brasilien und vielen anderen Schwellenländern Millionen Bäume Rinderfarmen und Sojaplantagen.

Wer den Klimawandel stoppen will, muss die weltweite Abholzung der tropischen Regenwälder stoppen – die Waldrodung ist für knapp ein Fünftel der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich.

Das alarmiert nicht nur Klimaschützer, sondern auch Ökonomen rund um den Globus. Mit Hochdruck erforschen Wirtschaftswissenschaftler, was die Zerstörung des Regenwalds beschleunigt und wie der Raubbau gebremst werden kann. Sie stoßen dabei auf ein kompliziertes System aus politischen Institutionen, öffentlicher Infrastruktur und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Die Ergebnisse der Ökonomen sind so überraschend wie ernüchternd zugleich. So erweist sich die naheliegende Vermutung, dass arme Länder besonders großen Raubbau an ihrem Regenwald treiben, als Trugschluss.

Richtig ist das Gegenteil: Wohlhabendere Staaten gehen rücksichtsloser mit ihren natürlichen Ressourcen um, zeigt eine Studie von Forschern der Clemson University auf Basis von Daten aus 66 Ländern in Asien, Lateinamerika und Afrika. Überall zeigte sich ein klarer Zusammenhang: Je reicher ein Land, desto mehr Bäume müssen weichen.

Ein Grund dafür: Zwischen der Rodung der Regenwälder und dem Wirtschaftswachstum entsteht ein sich selbst verstärkender Kreislauf. Einerseits kurbelt der Verkauf von Tropenholz das Bruttoinlandsprodukt an, andererseits führt höheres Wachstum zu einer besseren Infrastruktur. Diese wiederum ist eine Gefahr für die Bäume: Ein gut ausgebautes Straßennetz erleichtert den Transport des Holzes und macht den Abbau lukrativer, zeigen Weltbank-Forscher in einer empirischen Analyse am Beispiel des Amazonas-Regenwalds.

Neben rein ökonomischen Faktoren spielen auch politische und institutionelle Dinge eine große Rolle – zum Beispiel, wie viel Autonomie regionale Verwaltungsbezirke haben. Das stellte ein Forscherteam um Robin Burgess (London School of Economics) am Beispiel Indonesiens fest. Nach dem Sturz des Diktators Haji Suharto im Jahr 1998 bekamen dort die einzelnen Regionen deutlich mehr politische Autonomie. Die Menschen konnten ihre regionalen Regierungen in demokratischen Wahlen selbst bestimmen. Diese dezentralisierten Strukturen erschwerten den Schutz des tropischen Regenwalds deutlich, stellten die Forscher fest.

Kommentare zu " Klimawandel: Wie der Regenwald überleben kann"

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  • "Rinderfarmen und Sojaplantagen"

    Wenn man weiß, dass Soja im Wesentlichen als Futtermittel für die Viehzucht eingesetzt wird, ergibt die Kausalkette, dass Fleischesser für die Regenwaldrodung verantwortlich sind und den Klimawandel beschleunigen.

    Selbst wenn das mit dem Klimawandel nicht stimmt, wird kostbarer Regenwald vernichtet mit bisher unbekannten Pflanzen- und Tierarten.

    Und Nein - wer sich mit dem Prinzip der Biomasse vertraut macht weiß, dass man viel weniger Felder bräuchte, wenn die Fleischesser ihr Fleisch durch etwas anderes ersetzen würden. Ich kenne das Verhältnis nicht genau, aber ein Rind vertilgt ein zichfaches an Soja/Getreide um ein Kilo Fleisch aufzubauen.

  • " ..Urwald-Rodung ist einer der Hauptgründe für den Klimawandel.." Unsinnige Behauptungen werden auch nicht durch ewige Wiederholungen richtig; weder stilistisch noch inhaltlich genügt der zitierte Satz den minimalen Anforderungen an Journalismus.

    Entweder gibt es einen Hauptgrund oder es gibt mehrere Gründe. Aber es gibt nicht mehrere Hauptgründe.

    Der Regenwald als Ökosystem wird in seiner Bilanz von O2-Erzeugung und CO2-Verbrauch falsch beurteilt. Die Umsetzung des toten Biomaterials zu Humus verbraucht erhebliche Mengen von O2.

    Der Zusammenhang von CO2 und Erderwärmung ist immer noch weitgehend ungeklärt.



  • Mei, nun hört doch endlich mal mit dieser Klimalüge auf.

    Tatsache ist:

    Es ist eine bekannte Tatsache, dass die Pole über die Zeitgeschichte fast imemr eisfrei waren.

    Auch erwärmt sich gerade das gesamte Sonnensystem.

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    Die Klimahysteriker wollen uns glauben machen, dass der Mensch alleine schuld ist an der globalen Erwärmung und sie reden uns deshalb einen Schuldkomplex ein. Ja sie wollen unser Leben massiv einschränken, begründet mit dem vom Menschen produzierten CO2. Was die Klimahysteriker verschweigen ist, dass auf allen anderen Planeten unseres Sonnensystems auch eine Erwärmung stattfindet. Fahren etwa die Ausserirdischen ebenfalls mit Autos herum und produzieren dieses "teuflische" CO2? Natürlich nicht.

    Verstärkte Sturmaktivitäten auf dem Planeten Jupiter zeigen, auch da hat eine Temperatursteigerung von 10 Grad Kelvin in den letzten Jahrzehnten stattgefunden. Genau so ist eine Erwärmung auf Neptuns grössten Mond Triton festzustellen. Auch auf dem Saturn Mond Enceladus hat man eine starke Erwärmung gemessen und der Südpol des Saturn hat sich um bis zu 5 Grad Kelvin erwärmt. Das gleiche gilt für Pluto, Mars uns Venus, überall wurden generelle Erwärmungen festgestellt.

    Logischerweise gibt es nur eine Ursache für diese Erwärmung, es ist die Sonne, die zentrale Energiequelle für alle Planeten. Diese zeigt eine verstärkte Energieaustrahlung, was ein normaler zyklischer Vorgang ist, und das ist der einzige Grund für die Erwärmung auf allen Planeten und somit auch auch der Erde.

    Diese Hauptursache wird aber bewusst von Klimahysterikern ignoriert und der Mensch als alleinigen Schuldigen hingestellt. Dies hauptsächlich um politische Programme durchzusetzen die nur ein Ziel haben, unsere Gesellschaft nach ihren Vorstellungen zu verändern, die Freiheit noch mehr einzuschränken, noch mehr Steuern von uns zu verlangen und dies mit der Verbreitung von Lügen, Angst und Schrecken.

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