Kommunikations-Ökonomie

Sprachbarrieren kosten Unternehmen Geld

Sprachunterschiede spielen auch im Welthandel eine große Rolle. Viele Unternehmen verlieren aufgrund von Missverständnissen Geld. Zwei Ökonomen haben die Folgen von Sprachbarrieren für die globale Wirtschaft untersucht.
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Dolmetscher bei der Arbeit: Je komplexer Güter sind, desto größer ist der Einfluss der Sprache Quelle: ap

Dolmetscher bei der Arbeit: Je komplexer Güter sind, desto größer ist der Einfluss der Sprache

(Foto: ap)

KölnKryptische Zeichen, eine komplett andere Grammatik und Laute, die Westeuropäer nur schwer über die Lippen bringen - Mandarin gehört zu den schwierigsten Sprachen der Welt. Um flüssig sprechen zu können, braucht man viele Jahre Übung.

Doch die Mühe lohnt sich, vor allem für Unternehmen: Wer Mandarin spricht, kommt mit chinesischen Firmen besser ins Geschäft. Dieser Effekt ist auch makroökonomisch messbar: Eine gemeinsame Sprache beflügelt den Handel zwischen Ländern massiv, zeigen Außenhandelsforscher.

„Die Fähigkeit, direkt miteinander zu kommunizieren, ist im internationalen Handel ein entscheidender Faktor“, schreiben die zwei Ökonomen Jaques Mélitz (Heriot-Watt-Universität) und Farid Toubal (Universität Angers) in einer jetzt veröffentlichten Studie, für die sie die Auswirkungen von Sprachunterschieden auf den globalen Handel untersucht haben.

Die Forscher trugen einen detaillierten Datensatz über Sprachen in 195 Ländern zusammen. Dabei beschränkten sie sich nicht auf die jeweilige Amtssprache, sondern ermittelten in mühevoller Kleinarbeit, welche weiteren Sprachen in den Ländern verbreitet sind. Ihre Sprachdatenbank verglichen sie anschließend mit der Außenhandelsstatistik der Staaten.

Sprechen die Menschen in zwei Ländern die gleiche Sprache, werden messbar mehr Waren verschifft, stellen sie fest. Der Effekt ist so groß, dass er sich nicht allein mit fundamentalen Faktoren wie geografischer Nähe oder ehemaligen Kolonialbeziehungen zwischen Staaten erklären lässt.

Je komplexer und weniger stark standardisiert Güter sind, desto größer ist der Einfluss der Sprache - als Beispiele nennen die Forscher Autos und Computerchips. Bei derartigen Geschäften müssen Unternehmen meist besonders intensiv verhandeln und detaillierte Verträge aufsetzen - entsprechend hoch sind die Kosten für Dolmetscher und Übersetzer. Aber selbst bei standardisierten Gütern wie Rohstoffen verschwindet der hemmende Effekt von Sprachunterschieden nicht völlig.

Es muss nicht gleich Mandarin sein
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7 Kommentare zu "Kommunikations-Ökonomie: Sprachbarrieren kosten Unternehmen Geld"

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  • Vergessen wird auch oft, dass Sprache nicht nur ein mündlicher Code ist, sondern auch nonverbale Aspekte und Signale hinzukommen. Das Encodieren und aber auch das Verstehen des Kontextes sind wichtig. Alleiniges Lernen einer Sprache reicht da nicht aus. Interkulturelle Kompetenz ist daher nicht nur ein "Modebegriff" im Training sondern eine Kompetenz, die Geschäftsbeziehungen nachhaltiger machen kann. Der bewusste Umgang mit Unterschieden kann gelernt werden!

  • Was gerne vergessen wird ist, dass eine Sprache zu sprechen bzw. zu "verstehen" noch lange nicht heißt, dass man auch versteht bzw. verstanden wird.

    Den Ausschnitt der Bedeutung der mit einem Wort beschrieben wird, ist in einer anderen Sprache fast zwangsläufig ein anderer. So sind Wörter "kulturell aufgeladen". Daran denkt man zumeist nicht.

    Erst ganz zögerlich werden Sprachkurse eingeführt, die das berücksichtigen, beispielsweise Cross Cultural Competence in English von www.elc-consult.com Hervorragend um nicht nur Wörter umcodieren zu können, sondern sie auch tatsächlich effektiv anzuwenden.

    Viele Grüße

    Steffen Henkel

  • puplic? Mannomann wo haben Sie denn abgeschrieben? Public heisst das!!

  • Englisch ??? Mandarin !

  • Edelzwicker ist gebrainwashed von der Deutschen Sprache (als ob sie ihm angeboren wäre) -out of the box thinking ,Fehlanzeige. Erstens, ist Sprache ein dynamisches Konstrukt - das was unsere Vorfahren vor 150 Jahren als deutschen Dialekt gesprochen haben, werden die meisten heute sicherlich nicht mehr verstehen (trifft heute noch auf das Ländle zu).

    Zweitens gehört zu jedem Menschen auch ein Mentales Modell. Dies bedeutet, selbst wenn sie chinesisch sprechen, wird ihr gegenüber trotzdem ihre Meinung nicht akzeptieren, da sie jünger sind er selber (Hierachie-Denken).

    Ich gebe Deutschland eine Übergangszeitraum von 200-500 Jahren. Danach sollte die Amtsprache Englisch sein.

  • Die hochinteressante Studie kann unter der Adresse http://www.crest.fr/images/doctravail/doctravail2012/2012-10.pdf
    heruntergeladen werden.
    Im übrigen liegt das Problem doch nicht in ein paar modischen Anglizismen. Jemand der weiss, was ein Handy ist, spricht doch noch nicht fliessend English. Um wirklich effizient kommunizieren zu können und mit einer anderen Person in einer fremden Sprache über das blosse grundlegende Verstehen hinaus eine Vertrauensbeziehung ausbauen zu können, muss man die fremde Sprache viel besser beherrschen, als wir und unsere Kinder das bisher lernen.

  • Solange selbst unsere Medien ein "puplic-viewing" nicht mit "öffentlicher Leichenschau" übersetzen, wie es richtig wäre, wird der Sprachbarriere Tür und Tor geöffnet. Auch "Handy" ist so ein Anglizismus, den in englisch sprechenden Ländern, kein Schwein versteht. Ach, es gäbe noch so viele Anglizismen aufzuführen, wenn es nur nicht so traurig wäre!

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