Konjunktur

Wer länger lernt, verdient mehr

Frühes Lernen sorgt für Wirtschaftswachstum. Diese Aussage diskutieren Ökonomen, Politiker und Unternehmer beim Munich Economic Summit. Sie stellen fest: Nur Bildung kommt gegen den Fachkräftemangel an.
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Jedes zusätzliche Jahr in der Schule bringt fünf Prozent mehr Einkommen. Quelle: dpa

Jedes zusätzliche Jahr in der Schule bringt fünf Prozent mehr Einkommen.

(Foto: dpa)

Frankfurt, London„Schule ist Zeitverschwendung!“ Davon sind viele Kinder und Jugendliche felsenfest überzeugt. In etlichen Facebook-Gruppen verschaffen sie ihrem Frust über öde Schultage Luft.

Dabei irren sie sich gewaltig: Jedes zusätzliche Jahr, das sie auf der Schulbank verbringen, ist später im Leben bares Geld wert. Das zeigt eine jüngst veröffentlichte Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung: „Rein rechnerisch bringt jedes Jahr fünf Prozent mehr Lohn“, stellen die Forscher fest. Der gleiche Zusammenhang gilt auch für Ausbildung und Studium.

Bessere Bildung zahlt sich aus - nicht nur für den Einzelnen, auch für die Gesellschaft. Aber wie sieht das optimale Bildungssystem aus? Was kann man von erfolgreichen Ländern lernen? Welche Reformen haben sich bewährt, welche wurden überschätzt? Über diese Fragen diskutieren ab heute rund 180 Experten aus Wissenschaft, Politik und Praxis auf dem 11. Munich Economic Summit in der bayerischen Landeshauptstadt.

„Education and Training: The European Economy's best Hope“ lautet das Thema der Tagung, die das Münchener Forschungsnetzwerk CESifo und die BMW Stiftung Herbert Quandt gemeinsam veranstalten. Das Handelsblatt ist erneut Medienpartner.

„Der langfristige Wohlstand einer Nation steht und fällt mit guter Bildung“, sagt der Münchener Professor und Ifo-Bildungsexperte Ludger Wößmann und betont: „Das ist keine Meinungsäußerung, sondern basiert auf empirischer Forschung.“ So zeigen Studien: Je besser die Schüler eines Landes in internationalen Vergleichstests wie der Pisa-Studie abschneiden, desto höher ist dort auf Dauer das Wirtschaftswachstum. Langfristig lässt sich die ökonomische Bedeutung von Bildung kaum überschätzen, zeigt Wößmann zusammen mit dem Stanford-Professor Eric Hanushek in einer Simulationsrechnung: Könnten die Kinder in Deutschland so gut schreiben und rechnen wie ihre Altersgenossen im Pisa-Musterland Finnland, würde uns dies in den nächsten 80 Jahren Wohlstandsgewinne in Höhe von 13 Billionen Euro bescheren. Das ist fünfmal so viel wie die derzeitige Wirtschaftsleistung.

Das Bildungssystem muss fehlenden Fachkräften vorbeugen
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8 Kommentare zu "Konjunktur: Wer länger lernt, verdient mehr"

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  • Und wenn ihr es 1000 mal schreibt. Lüge bleibt LÜGE!
    ES GIBT KEINEN FACHKRÄFTEMANGEL.
    Nur zu wenig billige ,junge ,ausbeutbare Deppen.

  • Ich kann die Mär nicht mehr hören, wir haben schon genug Bildungsidioten. Bei der Qualität von Lehrer und Professoren in Deutschland, ist das Ergebnis das heutige Bild. Unfähigkeit aller Orten. Bei Politikern, bei Schülern und Studenten ( Pisa). Es gibt überborderte Lehrpläne und Drogen in der Hemdtasche von vielen Studenten. Was wir brauchen ist Feiheit des Denkens und Handelns, aber Deutschland ist das Gegenteil. Die Idee, mehr im Lehrplan, mehr lernen -- ja was denn eigentlich--Schrott im Hirn, der 2 Wochen später wieder vergessen ist. Lassen Sie das 4. Semester überraschend eine Klausur aus dem Erstsemester schreiben. Das Fiasko ist unvorstellbar. Bildung, was ist das ?

  • Es gibt mehr schlechte Lehrer als talentierte Schüler. Wobei die Frage "was sollte überhaupt gelehrt werden" im Vordergrund steht. In den Schulen sollten die Grundlagen gelehrt werden, um die Welt in welcher wir leben zu verstehen. Solche junge Leute sind gewiß keine Facharbeiter, denn solche neigen mehr dazu Chef zu werden.
    Es ist doch vollkommen gleichgültig ob es eine Hauptschule, Gymnasium oder Realschule gelehrt wird. Die Grundlage zur Ingenieurwissenschaft sollte beherrscht werden. Aufgeschlossene Leute sollten wissen wo sie stehen, zum Teufel mit dem Sozialismus. Nicht die Politik oder der sinnfreie Begriff "Recht(s)staat" steht als Lebensziel, sondern die Freiheit geborgen in sozialer Sicherheit, innerhalb einer demokratisch organisierten Ordnung über sich selber entscheiden zu können. Solche Leute sind wertvoller als jeder roboterartige Facharbeiter inform Leiharbeiter unter Zeitarbeitsvertrag.
    -
    Zitat A. Einstein (1879-1955):
    "Bildung ist das, was übrig bleibt, wenn man alles, was man in der Schule gelernt hat, vergisst."

  • Das Bildungsystem war schon immer unterfinanziert.
    Die Effekte der Zuwanderung und die Nicht-eaktion der Politik kommen jetzt richtig zum Tragen. Dazu die Ausdehnung von Billig-(Call-Center)-Jobs wo man leute braucht, die nicht (zu) doof sind aber nichts verdienen sollen und mit ein paar Schulungen abgespeist werden.

    So geht ein Land den Bach runter. Und ALLE Parteien sind schuld daran.

  • Weiterbildung macht keine Ideen und Innovationen.

  • wie es mich "ankotzt": immer wieder das gleiche "gesülze" von hohen herren und forschern, was schon seit ewigen zeiten fest steht. ok, das "wie" muss noch besprochen werden. jeder dieser herren und vor allem ALLE kultusminister sollten vor ihrem dienstantritt ein jahr in der praxis verbringen: und zwar in krippe, kindergarten, grundschule und vor allem: in einer 9er klasse der hauptschule (gerne auch gesamtschule) im sozialen brennpunkt. vielleicht kommt man dann endlich mal auf die idee, dass 30 kinder nicht mit nur einer person zu betreuen sind. und auch die wirtschaft, die sich ja so um ihre fachkräfte sorgt, sollte mal weniger an ihre aktionäre denken und durch gezielte abgaben in bessere bildung für alle investieren.

  • "Nur Bildung kommt gegen den Fachkräftemangel an.
    Das Bildungssystem muss fehlenden Fachkräften vorbeugen.
    Der langfristige Wohlstand einer Nation steht und fällt mit guter Bildung.
    Das Bildungssystem müsse daher auf allen Stufen verbessert werden."

    Hört, hört, welch niedliche Worte auf leisen Sohlen!
    Jahrelang habe ich von den neoliberalen (Think Tanks) Denkfabriken, den Unternehmerverbänden und unterdurchschnittlichen Politikern lernen müssen, es reiche völlig aus nur weit genug die Staatsgrenzen für Zuwanderung zu öffnen um "unseren" Wohlstand zu sichern. Wo waren damals alle diese Experten und warum haben sie sich damals kaufen lassen und sind schön ruhig geblieben. Heute, "wo das Kind schon in den Brunnen gefallen ist", vermeintlich Tacheles zu reden ist mehr als billig !
    Der BK Schröder, übrigens ein Produkt des Sozialstaates und zweiten Bildungsweges, und seine mittelmäßigen Mitläufer hatten z. B. nichts besseres zu tun, als rigoros die finanziellen Möglichkeiten zur Fort- und Weiterbildung, gerade auch für die Hartz IV Bezieher zu strangulieren. Es passte besser, besonders den Unternehmen und vor allem den Zeitarbeitsfirmen, diese Leute mit anderweitigem und tatsächlichem Unsinn und zu Gunsten der Armutsindustrie bis heute knechten zu lassen. In diesen fast zehn Jahren ist mittlerweile ein riesiger volkswirtschaftlicher Schaden entstanden, vom Elend einzelner Schicksale ganz zu schweigen, der erst im nächsten Jahrzehnt richtig negativ zum Tragen kommen wird.
    Aber bis heute ist man in gewissen Kreisen der Meinung, dass die Sozialstaatsreformen und der Rückschritt im Bildungsbereich (Familiengedöhns etc.) unter BK Schröder sehr gut für Deutschland waren, mal schauen ob das in zehn Jahren immer noch gilt.

  • ... und wer kontinuierlich lernt, schafft auch den nächsten Karrieresprung; was voraussetzt, dass man die Weiterbildung parallel zu einer beruflichen Tätigkeit vorantreibt http://www.servicereport.eu/2010/unuebersehbarer-weiterbildungsbedarf-lerndienstleister-investieren-in-qualitaetssicherung

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