Kritik an Agenturen
Ratings nach dem Zufallsprinzip?

Die großen Ratingagenturen mussten seit der Finanzkrise viel Kritik einstecken. Eine neue Studie zieht die Aussagekraft der Urteile von Standard & Poor’s und Co. massiv in Zweifel und liefert Kritikern neue Munition.
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LondonNormalerweise ist der französische Notenbank-Chef Christian Noyer ein ruhiger, besonnener Mann. Mitte Dezember jedoch gab er die für Zentralbanker sonst so typische Zurückhaltung auf und holte zu einem Rundumschlag gegen die Ratingagenturen aus. „Unverständlich und irrational“ würden diese agieren. So manche Entscheidung von Standard & Poor’s (S&P), Moody’s und Co. lasse sich anhand ökonomischer Fundamentaldaten nicht mehr nachvollziehen, polterte er.

Zwei Finanzmarktforscher liefern in einer neuen Studie jetzt empirische Belege für diese Kritik: Über die tatsächlichen Kreditausfallrisiken sagen die Urteile der Ratingagenturen nur sehr wenig aus, haben Jens Hilscher (Brandeis University) und Mungo Wilson (University of Oxford) festgestellt.

Fragwürdige Privilegien

„Der Informationsgehalt der Ratings ist erstaunlich gering“, sagt Hilscher. Wer öffentlich verfügbare Daten auswerte, könne sich leicht ein deutlich besseres Bild über die Ausfallrisiken eines Kredits verschaffen. „Die Urteile der Ratingagenturen werden weit überschätzt“, ist Hilscher überzeugt.

Für die Ratingagenturen sind diese Ergebnisse brisant. Denn ihre dominante Stellung haben sie zum Teil staatlicher Regulierung zu verdanken. So dürfen viele Fonds nur in gut bewertete Wertpapiere investieren, und Banken müssen für Wertpapiere mit Bestnoten weniger Eigenkapital zur Seite legen.

Im Zuge der Finanzkrise ist die Stellung der Agenturen in die Kritik geraten. Skeptische Finanzmarktforscher sehen sich durch die neue Studie bestätigt. „Aus meiner Sicht leiden Kredit-Ratings unter sehr vielen Problemen“, sagt Robert Jarrow, Finanz-Professor an der Cornell University. „Sie sollten nicht zur Grundlage von Finanzmarkt-Regulierung gemacht werden.“ Die Studie von Hilscher und Wilson bestätige ihn in dieser Einschätzung: „Ich halte die Ergebnisse der Arbeit für richtig. Man sollte sie sehr ernst nehmen.“

Basis der Studie mit dem Titel „Credit Ratings and Credit Risk“ sind die Urteile, die S&P zwischen 1986 und 2008 für Unternehmen abgegeben haben. Parallel dazu konstruierten die Forscher einen eigenen Indikator, mit dem sie selbst die Insolvenzgefahr für die Unternehmen schätzen. Für diesen „failure score“ zogen sie nur öffentlich zugängliche Daten heran – vor allem Bilanzkennzahlen wie die Profitabilität, den Verschuldungsgrad und die Barreserven eines Unternehmens.

Kommentare zu " Kritik an Agenturen: Ratings nach dem Zufallsprinzip?"

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  • Ratings nach dem Zufallsprinzip ? Nein ! Zumindest Länderratings sind Absicht! Das ist ja das Problem !

  • Eingrenzen läßt sich Rating wahrscheinlich nur mit einer Verpflichtung, die Glägigerunternehmen zwingt, immer auch eigenverantwortlich zu 'raten'. Dafür wird ein 'Risk-Manager' in der Regel ja bezahlt. Seine Abteilung muß dann eben wieder größer werden.

    Nicht jede Unternehmensfuktion muß 'outgesourced' werden dürfen. Nehmen wir uns doch, wie Ingenieure das teilweise tun, ein Beispiel an der Natur. Eine Körperzelle kann ihren Stoffwechsel ja auch nicht 'outsourcen'.

  • COMMON SENSE§ ABOUT FI-MO-STAPO
    Das Hinterfragen der Aussagekraft von Buchstabenfolgen mit Plus- und Minuszeichen für höchst komplexe Dinge kann nur gefördert werden. Das wäre im Sinne der Volkswagenstiftung förderungswürdig wie kein zweites Projekt.
    Wenn im Lotto drei Richtige eine korrekte Vorhersage darstellen, sind es noch lange nicht sechs Richtige
    eines Volltreffers.
    In ihrer Zeitwahl, wann herauf- und herabgestuft wird, liegt ihr präjudizierte Einflußnahme auf den globalen Markt. Mißbräuchlich eben, kommt ihnen so eine Rolle zu, die ihnen nicht zusteht.
    Die Fehlentscheidungen eines "zu spät" führen geradlinig in die geringere Bedeutung der Aussagequalität dieser
    R A T E - A G E N T U R E N. - S O, I G U E S S .....

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