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Langfristiges Marktpotenzial im deutschen Hypothekenmarkt

Der deutsche Hypothekenmarkt bietet langfristig zum aktuellen Marktvolumen von 790 Mrd. Euro ein ...

Der deutsche Hypothekenmarkt bietet langfristig zum aktuellen Marktvolumen von 790 Mrd. Euro ein bisher noch unausgeschöpftes Potenzial von rund 560 Mrd. Euro. Dies ist das Ergebnis der aktuellen Studie Risk and Funding in European Residential Mortgages - responding to changes in mortgage demand", die Mercer Oliver Wyman im Auftrag der europäischen Mortgage Insurance Trade Association (MITA) durchgeführt hat. Mercer Oliver Wyman attestiert dem deutschen Markt auf lange Sicht ein Wachstum von insgesamt über 70%.
Neben überdurchschnittlichen Wachstumsraten in allen Risikoklassen sieht die Studie in Deutschland eine besonders starke Nachfrage nach Hypothekarkrediten für hohe Risikoklassen. Diese weisen eine Eigenkapitalausstattung von unter 10% auf. Der deutsche Hypothekenmarkt, der zahlreiche Anbieter umfasst, bietet daher speziell den Darlehensgebern gute Wachstumschancen, die sich dank eines effizienten Risikomanagements und eines breit diversifizierten Produktportfolios erfolgreich in den risikoreichen Segmenten positionieren könnten.
Deutschland ist mit über 2000 Anbietern von Immobilienkrediten, spezifischen Gesetzgebungen für die unterschiedlichen Marktteilnehmer und relativ wenigen spezialisierten Produkten einer der komplexesten Hypothekenmärkte in Europa und vergleichsweise wenig entwickelt. Der Anteil von Hypotheken am deutschen Bruttoinlandsprodukt beträgt rund 35% und ist einer der geringsten im europäischen Vergleich. Mit 41% hat Deutschland die geringste Eigentümerquote (43% in Westdeutschland und 33% in Ostdeutschland einschließlich Berlin) im europäischen Vergleich.
Aktuell werden im Vergleich zu weiterentwickelten Märkten wie Großbritannien noch wenige Produkte mit hohem Beleihungswert angeboten. Die Studie prognostiziert aber gerade für die Risikoklassen Risky und Low Equity das stärkste Wachstumspotenzial in Deutschland. Deutsche Anbieter scheuen sich vor diesen Zielgruppen, obwohl dies nur eine Frage der Steuerungsinstrumente ist. Einige Subsegmente werden lediglich aufgrund ihres frühen Stadiums im finanziellen Lebenszyklus als risikoreich klassifiziert, obwohl sie auf die Gesamtlaufzeit betrachtet eine sehr gute Bonität aufweisen. Ein Beispiel hierfür sind junge Familien.
Das zusätzliche Marktpotenzial im deutschen Hypothekenmarkt stellt auch erhöhte Anforderungen an die Absicherung weiterer Kreditrisiken. Der IRB-Ansatz nach Basel II wird laut der Studie die größeren und breit diversifizierten Banken in die Lage versetzen, den zusätzlichen Finanzierungsbedarf dank geringerer Kapitalkosten besser zu bedienen als die kleinen und mittelständischen Kreditgeber in Deutschland.
Die komplette Studie kann angefordert werden bei: jreichmann@mow.com

Quelle: FINANZ BETRIEB, 25.04.2005

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