Leibniz-Gemeinschaft
Wissenschaftspreis für Kieler Ökonomen Merkl

Der 29 Jahre alte Kieler Volkswirt Christian Merkl hat für seine Doktorarbeit von der Leibniz-Gemeinschaft den Leibniz-Nachwuchspreis in der Kategorie Geistes- und Sozialwissenschaften erhalten. Merkl leitet am Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) den Forschungsbereich „Geldpolitik in unvollkommen Märkten“ und ist zugleich Juniorprofessor an der Universität Kiel.

Mit dem Nachwuchspreis zeichnet die Leibniz-Gemeinschaft seit 1997 herausragende Doktorarbeiten aus einem Mitgliedsinstitut der Gemeinschaft aus. Die Auszeichnung ist mit 3000 Euro dotiert. Merkls Dissertation mit dem Titel “Monetary and Labor Policies under Market Frictions” beschäftigt sich mit der Frage, was die Wirtschaftspolitik gegen die Langzeitarbeitslosigkeit tun kann. Merkl ist der erste Ökonom seit fünf Jahren, dessen Dissertation von der Leibniz-Gemeinschaft ausgezeichnet wird. 2003 ging der Preis an den RWI-Ökonomen Michael Fertig.

Merkl zeigte in seiner Arbeit unter anderem: Nach gängigen volkswirtschaftlichen Modellen hätte die Arbeitslosigkeit in Ostdeutschland in den vergangenen Jahren stärker hätte zurückgehen müssen. Dass dies nicht passierte, erklärte er mit dem Entstehen von „Arbeitsmarktfallen“. Ostdeutsche Arbeitnehmer seinen nach dem Fall der Mauer aus dem Arbeitsmarkt herausgedrängt worden. Dadurch hätten sie Berufserfahrung, Arbeitsroutine und den Anschluss an neue technische Entwicklungen verloren. Das habe es ihnen deutlich schwerer gemacht, einen neuen Job zu finden. Merkl untersuchte auch, was die Politik dagegen hätte tun können. In einer Simulationsstudie analysierte Merk unter anderem die Effekte verschiedener Kombilohnmodelle.

Vier Papiere, die er für seine Dissertation geschrieben hat, sind in international angesehenen Journalen erschienen. Das macht Merkl zu einem von zwei Ökonomen, die es mit unter 30 in das Handelsblatt-Ranking der 100 forschungsstärksten Ökonomen unter 40 schaffen.

Merkls Doktorvater, IfW-Chef Dennis Snower, sagt über den 29-jährigen: "Er ist besonders talentiert, höchst intelligent und arbeitet so enthusiastisch an seiner Forschung, dass er sich auch nachts um zehn oder morgens um sieben mit mir trifft, um Fragen so lange zu diskutieren, bis sie beantwortet sind." Merkl sei ungeheuer reich an Ideen und werde noch "bedeutende Beiträge für die Makroökonomik" leisten.

Der in Weiden in der Oberpfalz geborene Merkl studierte an der Universität Erlangen-Nürnberg Betriebswirtschaftslehre. Während des Studiums geht er im Jahr 2000 für sechs Monate in die Vereinigten Staaten. An der Wayne State University in Detroit macht er einen Master in Volkswirtschaftslehre. Seit 2003 ist er in Kiel. Dort absolvierte er zunächst das "Advanced Studies Program" des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, danach promoviert er an der Uni Kiel.

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