Makroökonomie
Keynes – gefeiert und verachtet

Bis Ende der 60er dominierten seine Theorien die praktische Wirtschaftspolitik in den Industrieländern total. Dann aber geriet der Keynesianismus über Nacht in Verruf - warum? Einer Theorie auf der Spur. Lesen Sie den dritten Teil der großen Keynes-Serie auf Handelsblatt.com.
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DÜSSELDORF. John Maynard Keynes hatte geahnt, was auf ihn zukommen würde: jede Menge Kritik von Kollegen. "Jene, die fest verankert sind mit dem, was ich ,die klassische Theorie' nenne, werden, wie ich erwarte, zwischen der Überzeugung schwanken, dass ich völlig im Unrecht sei, und der Überzeugung, dass ich nichts Neues sage", schreibt er im Vorwort seiner "Allgemeinen Theorie".

Und er sollte Recht behalten. Bis heute polarisiert kein Ökonom so wie Keynes. Seit sieben Jahrzehnten schwankt das Pendel zwischen Begeisterung und Verachtung. So sehr sich der Blick auf seine Theorien aber auch dreht, bis heute ist Keynes, was Medienforscher einen "Agendasetter" nennen. Sein Werk ist bis heute ein zentraler Referenzpunkt jeder makroökonomischen Debatte. An Keynes kommt keiner vorbei, auch nicht seine schärfsten Kritiker.

Grob lassen sich vier Epochen der Keynes-Rezeption unterscheiden. Direkt nach dem Erscheinen der "Allgemeinen Theorie" ist Interpretation und Weiterentwicklung seiner Theorie das Top-Thema in Wirtschaftswissenschaft. Nach dem zweiten Weltkrieg beginnt das große keynesianische Zeitalter - in der Wissenschaft wie in der Politik. Es endet jäh in den 70-er Jahren: Eine neue Generation von Volkswirten attestiert der keynesianischen Makroökonomie schwere methodische Schwächen, innerhalb weniger Jahre gilt der ganze Ansatz als unwissenschaftlich. Ab Mitte der 90-er Jahre erodieren die tiefen ideologischen Gräben zwischen Keynesianern und Anti-Keynesianern, zumindest im angelsächsischen Raum. Es bildet sich eine "neue Synthese", die Anleihen sowohl bei Keynes macht als auch bei seinen Kritikern.

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