Neuer DIW-Chef im Interview
„Deutschland hat einen schwierigen Part“

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„Die Wissenschaft könnte eine lautere Stimme haben“

Wie können Sie einen der größten Vorteile des DIW, den Standort Hauptstadt, besser nutzen? Derzeit ist es nicht mal bei der prestigeträchtigen Gemeinschaftsdiagnose im Regierungsauftrag dabei.

Es muss der Anspruch sein, das zu ändern - zumindest mittelfristig. Ich hoffe, schon 2013 wird das DIW Berlin dabei sein. Einfluss von Politikberatung messe ich aber nicht nur daran, an welchen Gutachten man beteiligt oder wie häufig man in den Medien vertreten ist. Das Ziel muss auch sein, sich mit den politischen Entscheidungsträgern intensiv auszutauschen - durch gemeinsame Veranstaltungen, aber auch unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Zu Ihren Forschungsfeldern zählt die Kommunikation. Wie gut tauschen sich Politiker, Forscher und Öffentlichkeit in Deutschland aus? Reden sie aneinander vorbei?

Die Wissenschaft könnte eine lautere Stimme haben. Ich bedaure es, dass es in Deutschland eine sehr klare Trennung zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik gibt. In den USA wechseln immer wieder Top-Wissenschaftler für einige Zeit zu wirtschaftspolitischen Institutionen, wie den Zentralbanken, dem Finanzministerium oder dem Council of Economic Advisers.

... der anders als der Sachverständigenrat direkt von der Regierung nominiert wird. Ist die amerikanische Lösung die bessere?

Sie ist hervorragend. Der Austausch ist für beide Seiten extrem wichtig: Wirtschaftspolitiker erhalten so neue Impulse und Wissenschaftler werden gezwungen, ihre Forschung auf Relevanz zu überprüfen.

Aber birgt das nicht die Gefahr, die wissenschaftliche Unabhängigkeit zu verlieren, von der Sie sprachen?

Nein, das denke ich nicht. Es ist wichtig, den Dialog zwischen Wissenschaft und Wirtschaftspolitik zu stärken und damit auch ultimativ die Wissenschaft relevanter für die Gesellschaft zu machen.

Können Sie sich einen Wechsel in die Politik vorstellen?

Darüber habe ich bislang nicht nachgedacht.

Warum sind Sie Volkswirt geworden?

Das Schöne an dem Fach ist die Breite und die Vielfalt der Perspektiven. Ich wollte immer die Strukturen und Kulturen anderer Länder verstehen. Das ist bis heute so.

Herr Fratzscher, vielen Dank für das Interview.

Kommentare zu " Neuer DIW-Chef im Interview: „Deutschland hat einen schwierigen Part“"

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  • Nebenbei bemerkt, ich kann diesen Mix zwischen Deutsch und Englisch nicht ausstehen!

  • Ich frage mich nach diesem Interview schon, was Herr Fratzscher eigentlich gesagt hat und welche Positionen er vertritt.

  • und noch viel schlimmer wird es mit diesen Azubis bei DIW, die ja eigentlich nach ihrem Ausspiel betr Verallgemeinern der europäischen Schulden sich in die schlimmste kommunistische Ecke verkrochen haben.Solche Schwätzer ist das letzte was Deutschland weiterhilft und so einem Typ sollte man am liebsten ein paar Jahre nach Kuba oder Albanien schicken wo er lernen kann wie man es nicht macht. Wie kommt jemand bei DIW überhaupt auf die Idè so einen Spinner in diese Position zu hieven?

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