Neues Buch über die wichtigsten Wirstchaftstheorien
Am Ende kicken „Klassiker gegen Keynesianer“

Können Geschichten über Wirtschaftswissenschaftler und ihre Theorien anschaulich, spannend und unterhaltsam sein? Spätestens der Film „A Beautiful Mind“ über den Mathematiker und Ökonomen John Nash hat bewiesen, dass es möglich ist. In dem Buch „Große Ökonomen und ihre Theorien“ setzen die Ökonomen Hans Putnoki und Bodo Hilgers auf eine ähnliche Mischung.
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BERLIN. Hans Putnoki und Bodo Hilgers stellen in ihrem Buch „Große Ökonomen und ihre Theorien“ die wichtigsten Wirtschaftstheorien chronologisch vor, schenken dabei aber nicht nur dem wissenschaftlichen Schaffen der Ökonomen Beachtung. So erfährt der Leser etwa, dass Adam Smith schwächlich gebaut und sehr zerstreut war. Er soll einmal im Schlafrock durch Edinburgh gelaufen sein und dies erst nach mehreren Stunden bemerkt haben. Aber auch, dass Marx ein Verhältnis mit seiner Haushälterin hatte und diese ein Kind von ihm bekam. Zur Besänftigung seiner Frau soll Marx dann seinen Freund Friedrich Engels überredet haben, die Vaterschaft anzuerkennen.

Solche Details aus dem Leben der „großen Ökonomen“ verknüpfen Putnoki und Hilgers mit den Theorien und Forschungsschwerpunkten der Wissenschaftler. Ein Comic eröffnet jedes Kapitel und dient als einprägsame Denkstütze. Fast nebenbei erfüllen die Autoren ihre Ankündigung: „Es gibt viel zu lernen, fangen wir an!“ Platz bleibt dabei nicht nur für Klassiker wie Smith, Bentham oder Ricardo, sondern auch für Ökonomen der Gegenwart wie Robert Aumann und Thomas Schelling, Wirtschaftsnobelpreisträger von 2005.

Ganz im luftleeren Raum stehen die Vorstellungen der Wirtschaftswissenschaftler aber nicht. In Einschüben, die über das Buch verteilt sind, fassen die Autoren die wichtigsten Erkenntnisse zusammen. Diese Kapitel, beispielsweise zu den wichtigsten Theoremen, Gesetzen und Paradoxa der Volkswirtschaftslehre oder den Schulen des ökonomischen Denkens, eignen sich gut zum späteren Nachschlagen. Weitere Einschübe, etwa zu verschiedenen Definitionen und Arten von Arbeitslosigkeit, bieten besonders dem fachfremden Lesepublikum Hintergrundwissen.

Außerdem umgehen die Autoren so das Risiko, dass der Leser in den verschiedenen Personenvorstellungen den roten Faden verliert. In einem Bericht zum fiktiven Fußballspiel „Klassiker gegen Keynesianer“ fassen die Autoren am Schluss das Wichtigste noch einmal gut verständlich zusammen. Sie verdeutlichen, dass sich für eine langfristige Betrachtung der Wirtschaft eher die Theorien der Klassiker eignen, kurzfristig eine keynesianische Politik samt fiskalischer und monetärer Eingriffe aber durchaus wirkungsvoll sein kann.

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