Nobelpreisträgertreffen
Lösungssuche in Lindau

Von der Globalisierung und Arbeitslosigkeit über die Stabilität der Finanzmärkte bis hin zur Abholzung des tropischen Regenwaldes - beim zweiten Treffen der Ökonomie-Nobelpreisträger in Lindau diskutierten acht Laureaten mit kann 300 Nachwuchswissenschaftler zentrale Zukunftsfragen der Menschheit.

Auch ein James Mirrlees hat in Lindau etwas dazugelernt. Mit etlichen Nachwuchswissenschaftlern aus aller Herren Länder hatte der Ökonomie-Nobelpreisträger des Jahres 1996 von Mittwoch bis Samstag vergangener Woche in Lindau diskutiert – und eines ist ihm dabei vor allem bewusst geworden: „Egal, aus welchem Land die jungen Wissenschaftler kommen, sie alle teilen die gleiche Wissenschaftskultur“, sagte der schottische Ökonom. „Vor zehn Jahren war das in diesem Ausmaß noch nicht der Fall“, berichtete Mirrlees. „Das ist ein Zeichen dafür, wie sehr sich die Ausbildung junger Ökonomen international angeglichen hat. “

Aus mehr als 40 Ländern waren Nachwuchswissenschaftler in der vergangenen Woche an den Bodensee gereist, um beim zweiten Lindauer Ökonomie-Nobelpreisträgertreffen in Lindau auf Tuchfühlung zu gehen mit den wichtigsten Vordenkern ihres Faches. „Das Los der Menschheit verbessern – letztlich muss das unser Ansporn und unser Maßstab sein“, hatte Bundespräsident Horst Köhler, selbst promovierter Ökonom, den Wirtschaftswissenschaftlern zur Eröffnung mit auf den Weg gegeben.

Armut, Klimawandel, soziale Ungleichheit und Migration sind nach Köhlers Worten die „großen globalen Herausforderungen“. „Die Nationalökonomie wird sich auch in Zukunft daran messen lassen müssen, welchen Beitrag sie zur Lösung dieser Probleme leistet.“ Daher, so appellierte das Staatsoberhaupt, dürften Wirtschaftswissenschaftler bei ihrer Forschung den Menschen nicht aus den Augen zu verlieren.

Diese Gefahr allerdings hat in Lindau von Anfang nicht bestanden. Das wissenschaftliche Programm kreiste um eine Reihe zentraler Zukunftsfragen der Menschheit – von Globalisierung und Arbeitslosigkeit über die Stabilität der Finanzmärkte bis hin zur Abholzung des tropischen Regenwaldes reichte das Themenspektrum der Tagung.

Und trotz aller Probleme, mit denen die Menschheit konfrontiert ist – einige Laureaten hatten in Lindau positive Nachrichten im Gepäck. So sieht der Chicagoer Wirtschaftshistoriker Robert Fogel ein Zeitalter von „Langlebigkeit und Wohlstand“ kommen und prophezeite, das globale Wirtschaftswachstum werde sich im Laufe des 21. Jahrhunderts deutlich beschleunigen. Fogel, der seine Reise nach Lindau aus persönlichen Gründen kurzfristig abgesagt hatte, ließ seinen Vortag von Douglass North vortragen, mit dem er 1993 zusammen den Nobelpreis erhalten hatte.

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