Ökonomische Literatur
Die etwas andere(n) Seite(n) der Wirtschaft

„Wunder, Pleiten und Visionen“ – Handelsblatt-Autoren liefern spannenden Lesestoff. Sie erzählen Geschichten der „ökonomischen Unvernunft“, geben wirtschaftliche Einblicke, machen Rückblicke, zeigen Ausblicke und benennen globale Herausforderer.
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DÜSSELDORF. Fleiß und Sparsamkeit sind Katholiken wichtiger als Protestanten. Kinder sind meistens intelligenter als ihre Eltern. Insgesamt steigender Wohlstand macht die Menschen nicht glücklicher. Analysten prognostizieren die Vergangenheit, nicht die Zukunft. Wer Managern zu viel bezahlt, verschenkt in vielen Fällen sein Geld. Wie viele Tore geschossen werden, hängt beim Fußball vom Punktesystem der Liga ab.

Die Liste ließe sich verlängern. „99 überraschende Erkenntnisse“ versprechen Norbert Häring und Olaf Storbeck den Lesern ihres Buchs „Ökonomie 2.0“, für das sie den Get-Abstract-Buchpreis 2007 bekommen haben. Und sie halten Wort. Das Buch, das aus der montäglich auf der Ökonomie-Seite des Handelsblatts erscheinenden Rubrik „Wissenswert“ entstanden ist, bietet ungewöhnliche Einblicke in die unterschiedlichsten Gebiete – von der Frauenemanzipation über die Globalisierung bis zur Bildung. Es besticht durch eine griffige, sehr gut verständliche Darstellung, dazu gibt es ausführliche Literaturverweise.

Die Studien basieren meist auf statistischen Auswertungen. Der Leser bekommt die Grundlagen, auch die Probleme erklärt, wird aber nicht mit schwer verständlichen Details verschreckt. Im letzten Kapitel klären die Autoren darüber auf, wie man ökonomische Studien mit kritischem Blick lesen sollte.

Das Buch kann man als Einführung in die Ökonomie für Laien lesen. Oder als Auffrischung für Ökonomen, die staunend feststellen dürfen, dass ihr Fach heute längst nicht mehr so langweilig und wirklichkeitsfremd ist, wie sie es vom Studium her in Erinnerung haben. Das Bild des Ökonomen, der dogmatische Lehrsätze aufstellt, so zeigt das Buch, ist überholt. Heute machen die Forscher Karriere, die dogmatische Lehrsätze mit realen Daten oder mit Experimenten testen und dabei häufig feststellen, dass sie falsch sind.

Oder man nimmt das Buch eben schlicht als Fundgrube für überraschende Erkenntnisse, die gängigen Vorurteilen meist widersprechen. So belebt es auch die politische Diskussion, weil es hilft, ideologische Scheingefechte zu überwinden.

Norbert Häring, Olaf Storbeck: Ökonomie 2.0 – 99 überraschende Erkenntnisse; Schäffer-Poeschel, Stuttgart 2007, 217 Seiten, 14,95 Euro

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