„Problem ist Politik“
Nobelpreisträger zeigen den Weg aus der Eurokrise

Der Wirtschafts-Nobelpreis geht an die beiden US-Amerikaner Christopher Sims und Thomas Sargent. Noch bevor sie nach Stockholm reisen, verraten sie, wo der Schlüssel zur Lösung der europäischen Schuldenkrise liegt.
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PrincetonChristopher Sims und Thomas Sargent lehren an verschiedenen Universitäten in den USA. Die beiden neuen Nobelpreisträger für Wirtschaft geben aber in diesem Semester ein gemeinsames Seminar in Princeton. Sims scherzte, sie würden jedoch nicht zusammen arbeiten. "Wir tragen vielmehr eine ganze Reihe an Meinungsverschiedenheiten aus", sagte er über Details ihrer theoretischen Ansätze.

Ihre Ansichten über die Eurokrise liegen hingegen nah beieinander. Deren Ausgang hängt nach Auffassung der beiden Wissenschaftler vor allem von der Politik ab. „Europa und der Euro stellen die Wirtschaftstheorie nicht vor neue Fragen, das Problem ist die Politik“, sagte US-Ökonom Thomas Sargent am Montag vor Journalisten an der Universität Princeton.

Er teilt sich den Wirtschafts-Nobelpreis mit Christopher Sims. Dessen Ansicht nach liegt die Lösung für die Schuldenprobleme in der Euro-Zone in einem engeren Schulterschluss der Mitgliedsländer. „Wenn der Euro überleben soll, muss Europa einen Weg finden, seine finanziellen Bürden zu teilen“, sagte Sims. Sonst seien die Aussichten für die Gemeinschaftswährung „trübe“.

Sein Mitpreisträger Sargent verglich die Situation mit der Gründerzeit der USA. Es habe 13 Staaten gegeben, die Geld hätten drucken, Steuern erheben und Wirtschaftspolitik hätten betreiben dürfen. Die Schulden seien gestiegen und der Druck von Außen sei groß gewesen. „Erinnert Sie das an etwas?“ fragte Sargent seine Zuhörerschaft bei der eilig einberufenen Pressekonferenz.

Nach ihrer Unabhängigkeit 1776 hätten die 13 US-Gründerstaaten ihre jeweiligen Schuldenkrisen gelöst, indem sie ihre Budgets unter einer neuen Bundesregierung vereint hätten, die mit ihrer eigenen Steuerpolitik gegensteuern konnte. Der Zusammenschluss zu den Vereinigten Staaten von Amerika habe die Lösung gebracht, fuhr Sargent fort.

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  • Ich dachte es sei klar das Europa enger Zusammenwachsen muss. Das dies nun auch noch Wirtschaftswissenschaftler der Politik erklären müssen. Europa war doch eine politische Idee von Beginn an. Man hat halt nur nicht die Traute die Idee auch bis zum Ende durchzuziehen. Mir ist es doch egal ob ich EU Steuer zahle, oder in DL. Es bleibt bei Steuern für eine Gemeinschaft.

    Ich will Europa unter der Voraussetzung das es vernünftig und DEMOKRATISCH angepackt wird. Stellt die Politik mir neue Europa Instrumente vor, die ich als Wähler legitimieren soll, werde ich mir das anschauen.

    Bisher sehe ich ein Europa das heillos zerstritten ist.
    Schade eigentlich.

  • Man sollte an Kommunisten keine Nobelpreise in Ökonomie veteilen; so einfach seh ich das.

    Europa jetzt mit den USA vor 200 Jahren zu vergleichen ist blanker Wahnsinn. Die USA hatten gemeinsam für das Ziel der Unabhänigigkeit gekämpft, dabei hatten einige Staaten mehr finanzielle Laten zu tragen, andere weniger, aber klar war man sich des Ziels eines unabhängigen Staates. Auch für die Kreditgeber gab es damals keine andere Wahl, als Kredite für die Unabhängigkeit zu geben..

    In Europa dagegen handelt es sich um Konsumschulden; der aufgeblähte griechische Staatsapparat hat nichts zum Fall der Mauer 1989 beigetragen und niemand hat die Banken Europas gezwungen Immobilienblasen in Südeuropa zu finanzieren.

    Europas Staaten, Europas Banken haben also individuelle Schulden für individuelle Maßnahmen, während die USA gemeinsame Schulden für ein gemeinsames Ziel hatten.

    Ökonomie-Professoren, die das nicht checken haben einfach keinen Ökonomie-Nobelpreis verdient, oder aber das Nobelpreiskommitee ist ebenfalls von Kommunisten unterwandert.

  • Außerdem sind es angeblich Wirtschafts-Nobelpreisträger. Nur gibt es überhaupt keinen Wirtschafts-Nobelpreis! Dieser Preis ist in Wirklichkeit der "Preis für Wirtschaftswissenschaften der schwedischen Reichsbank in Gedenken an Alfred Nobel". Also ein von einer schwedischen Bank ausgelobter Preis IN GEDENKEN an Alfred Nobel.

    Wikipedia: "Er unterscheidet sich von den Nobelpreisen darin, dass er nicht von Alfred Nobel, sondern nachträglich im Jahr 1968 von der Schwedischen Reichsbank anlässlich ihres 300-jährigen Bestehens gestiftet wurde."

    Ein von der (Finanz-) Elite für die Elite, künstlich kreierter Preis. In Gedenken an Nobel kann jeder einen Preis ausloben, z.B. auch einen "Preis für tolle Kriegsführung und Massenmord der schwedischen Waffenindustrie in Gedenken an Alfred Nobel"... Nur ein Beispiel! Die Nennung von Alfred Nobel im Namen eines Preises, der von irgendwem ausgegeben wird, macht den Preis zu keinem Nobelpreis, was nur Massenmedien und Elite zum Schein vortäuschen.

    Alfred Nobel hatte nie einen Wirtschaftsnobelpreis geschaffen, es gibt ihn nicht! Nobelpreise sind die Preise, die Alfred Nobel schuf. Wieder ein Beispiel der Verlogenheit von Massenmedien & Politik, die diesen pseudo-Preis seit Jahrzehnten als Wirtschaftsnobelpreis bezeichnen, was vollkommener Blödsinn ist!

    Fazit ist, dass es keinen Wirtschaftsnobelpreis gibt und jeder, der sich als Wirtschaftsnobelpreisträger bezeichnet ein Lügner ist. Die Leute sind bloß Inhaber eines trügerischen Titels mit "Alfred Nobel" in der Bezeichnung. Der wahre Titel der angeblichen Wirtschaftsnobelpreisträger lautet: Träger des "Preises für Wirtschaftswissenschaften _der schwedischen Reichsbank_ in Gedenken an Alfred Nobel".

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