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Scope nimmt Geschlossene Fonds mit steuerlichen Verlustzuweisungen über 10% von der Watchlist

Die Scope Group behält die Ratings für Geschlossene Fonds, die von einer möglichen ...

Die Scope Group behält die Ratings für Geschlossene Fonds, die von einer möglichen Gesetzesänderung durch die Einführung des § 15b EStG betroffen sind, bei. Damit reagiert das Unternehmen auf die aktuellen politischen Ereignisse. Die Gefahr der Beschränkung von Verlustzuweisungen in Anlehnung an § 15b EStG besteht laut Scope jedoch auch unter einer neuen Regierung.
Die zuständigen Analysten der deutschen Ratingagentur Scope Group gehen nicht davon aus, dass der von der Bundesregierung eingebrachte Kabinettsentwurf zur Beschränkung der steuerlichen Verlustzuweisungen bei geschlossenen Fonds noch in diesem Jahr Gesetzeskraft erlangt. Nachdem die informellen Gespräche zwischen Opposition und Regierung im Finanzausschuss zu keiner Einigung geführt haben, verschiebt sich der Gesetzgebungsprozess durch die Sommerpause nun zumindest bis September. Im Fall von Neuwahlen am 18. 9. 2005 muss der Gesetzesentwurf sogar erneut in den Bundestag eingebracht werden. Auf Basis der aktuellen Informationslage verzichtet Scope auf eine Herabstufung der Ratings für Fondsemissionen, die von der geplanten Verlustbeschränkung betroffen wären. Damit behalten die bisherigen Einschätzungen der Ratingagentur im Hinblick auf die Prognosesicherheit der Angebote bis auf weiteres ihre Aussagekraft.
Ein generelles Risiko im Hinblick auf die steuerliche Gestaltung sieht Scope jedoch auch weiterhin, insbesondere für Produkte, die über das laufende Jahr hinaus vertrieben werden. Offenbar herrsche überparteiliche Einigkeit bezüglich des grundsätzlichen Ansatzes, Steuerstundungsmodelle gesetzlich erheblich einzuschränken. Es spreche also vieles dafür, dass § 15b EStG - in modifizierter Form - auch unter einer neuen Bundesregierung eingeführt werde. Vor diesem Hintergrund sei es besonders positiv zu bewerten, dass einige Emissionshäuser ihre steuerlichen Konzepte bereits vorsorglich überarbeitet und damit das Risiko einer möglichen Verlustverrechnungsbeschränkung für Anleger weitestgehend ausgeschlossen hätten.
Die Scope Group hatte am 6. 5. 2005 die Ratings aller bisher analysierten Geschlossenen Fonds, die steuerliche Verlustzuweisungen von über 10% bezogen auf das Eigenkapital ausweisen und deren Vertrieb nach dem 17. 3. 2005 begonnen hatte, auf die Watchlist mit negativem Ausblick gesetzt. Dasselbe galt für Fonds, deren Vertrieb vor dem 18. 3. 2005 begonnen hatte und die über den 4. 5. 2005 hinaus vertrieben wurden. Diese Maßnahme wurde durch den Kabinettsbeschluss der Regierung zu § 15b EStG begründet, der eine Einschränkung der steuerlichen Verlustverrechnungsmöglichkeit für Geschlossene Fondsemissionen vorsah. Das Gesetz sollte planmäßig vor der Sommerpause beschlossen werden und rückwirkend gelten.
Die deutsche Ratingagentur Scope hat sich auf die systematische Recherche, Analyse und Bewertung von internationalen Kapitalanlagen und ihren Anbietern spezialisiert. Das Unternehmen setzt seinen Fokus auf das Rating von Offenen und Geschlossenen Fonds sowie der Managementqualität ihrer Anbieter.

Quelle: FINANZ BETRIEB, 07.07.2005

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