Serie: Jugend forscht
Der Freund des Wettbewerbs

In der VWL findet ein Generationswechsel statt. Wir stellen die neuen Köpfe vor. Heute: Justus Haucap, der als Vorsitzender der Monopolkommission kein Blatt vor den Mund nimmt.
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Der Anruf kommt zur Unzeit, und der Mann am anderen Ende der Leitung lässt sich partout nicht abwimmeln. Dringend, wirklich dringend müsse er Justus Haucap sprechen, betont der Beamte aus dem Berliner Bundeswirtschaftsministerium immer wieder – bis die Sekretärin den jungen Professor aus seinem Seminar holt.

„Ich habe gedacht, es gibt eine Frage zu einem Gutachten, das ich gerade für das Ministerium geschrieben hatte“, erinnert sich Haucap. Tatsächlich aber will der Ministerialbeamte wissen, ob Haucap sich vorstellen kann, der Nachfolger von Martin Hellwig in der Monopolkommission zu werden. Das 1974 gegründete Expertengremium berät die Bundesregierung bei wettbewerbspolitischen Fragen.

„Ich habe gedacht, ich höre nicht richtig“, erzählt Haucap. Für den Rest des Seminars habe er keinen klaren Gedanken mehr fassen können. „Ich war total baff.“

Zweieinhalb Jahre ist das her. Haucap, damals 37, war seit gerade mal zwei Jahren Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Bochum. Keine Frage, mit seinen Forschungsarbeiten zur Wettbewerbspolitik hatte er sich in der Szene einen Namen gemacht, aber in Politik und Öffentlichkeit war er noch so gut wie unbekannt.

Das hat sich geändert. Haucap, seit Mitte 2008 Vorsitzender der Monopolkommission und inzwischen Professor an der Universität Erlangen-Nürnberg, schaltet sich immer lauter in die politische Debatte ein. Zuletzt Ende Januar, als das fünfköpfige Gremium eine gepfefferte Stellungnahme zur aktuellen Wirtschaftspolitik veröffentlichte. Die Reaktionen auf die Wirtschaftskrise, warnte die Monopolkommission, „stellen Marktwirtschaft und Wettbewerbsordnung infrage“. Auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten müsse die Politik der Versuchung widerstehen, über eine Rahmensetzung hinaus aktiv gestaltend in das Geschehen einzugreifen.

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