Serie: Jugend forscht
Ein Bayer, der in Kiel Karriere macht

In der deutschsprachigen VWL übernimmt eine neue Generation das Ruder. Wir stellen sie vor. Heute: Christian Merkl, der mit 29 Jahren eine eigene Abteilung am Kieler Institut für Weltwirtschaft leitet. Als einer von zwei Forschern unter 30 hat er es im Handelsblatt-Ranking in die Top-100 unter 40 geschafft.

Zum Glück gibt es die Erinnerungsfunktion im Terminkalender von „Outlook“. Ohne die wäre Christian Merkl wohl nie nach Kiel gekommen. Gegen Ende seines BWL-Studiums an der Universität Erlangen-Nürnberg hatte er sich etliche Bewerbungsfristen und Termine für verschiedene Optionen nach dem Studium eingetragen. Unter anderem den Tag, bis zum dem man sich beim Kieler Institut für Weltwirtschaft für das „Advanced Studies Program“ bewerben musste. Danach hatte Merkl den Aufbau-Studiengang wieder aus den Augen verloren. Bis ihn Outlook automatisch an den Termin erinnerte. Merkl bewirbt sich in letzter Minute und wird tatsächlich angenommen.

Fast genau fünf Jahre ist das her – und Merkl ist bis heute in Kiel. 29 Jahre ist er inzwischen alt und mittlerweile Leiter des Forschungsbereichs Geldpolitik am Institut für Weltwirtschaft sowie Junior-Professor an der Uni Kiel. Dabei war er nicht der schnellste Student. „Ich habe mir Zeit gelassen, während des Studiums muss man doch ausprobieren dürfen“, sagt er. Und fügt, ganz Ökonom, hinzu: „Auch, wenn es eine Verschwendung volkswirtschaftlicher Ressourcen ist.“

Seine Doktorarbeit dagegen schreibt er in nur zwei Jahren. Die Qualität scheint unter dem Tempo nicht gelitten zu haben: Vier Papiere, die er für seine Dissertation geschrieben hat, sind in international angesehenen Journalen erschienen. Das macht Merkl zu einem von zwei Ökonomen, die es mit unter 30 in das Handelsblatt-Ranking der 100 forschungsstärksten Ökonomen unter 40 schaffen.

Arbeitsmärkte und Geldpolitik, diese beiden Themen treiben Merkl um. Vor allem die Frage, wie sich Arbeitsmärkte und geldpolitische Entscheidungen gegenseitig beeinflussen. Reagieren Volkswirtschaften mit flexiblen Strukturen anders auf makroökonomische Schocks als Volkswirtschaften mit rigiden Arbeitsmärkten?

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