Serie "Jugend forscht": Volker Nocke - Endlich wieder zu Hause

Serie "Jugend forscht"
Volker Nocke - Endlich wieder zu Hause

In der VWL findet ein Generationswechsel statt. Wir stellen die neuen Köpfe vor: den Mikroökonomen Volker Nocke, der sich nach zehn Jahren im Ausland zurück nach Deutschland wagt.
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Die Zeiten für Wirtschaftswissenschaftler sind zurzeit ziemlich aufregend. Selten bekamen sie so viel Forschungsmaterial in so kurzer Zeit präsentiert wie in dieser weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise. Volker Nocke findet aber zurzeit noch etwas ganz anderes spannend. „Für Ökonomen ist vor allem in Deutschland eine aufregende Zeit angebrochen,“ findet der 40-Jährige.

Jahrelang hat er an der University of Pennsylvania in den USA geforscht, derzeit ist er Professor im britischen Oxford. Bald aber zieht es ihn in seine Heimat nach Deutschland zurück. Im Herbst 2009 übernimmt er einen Lehrstuhl für Mikroökonomie an der Universität Mannheim.

Auf den ersten Blick ein ungewöhnlicher Schritt für Nocke. Schließlich hat es ihn seit mehr als zehn Jahren in Ausland gezogen, die Arbeitsbedingungen für Wissenschaftler an deutschen Universitäten hielt er lange für „katastrophal“. Inzwischen aber habe sich viel zum Besseren gewandelt. „Jetzt wachsen die Spielräume, auch durch die Exzellenzinitiative.“

Allerdings, seine Rückkehr nach Deutschland hat auch mit kultureller Affinität zu tun. „Ich schätze die USA, ich liebe Frankreich und England, aber in Deutschland bin ich zu Hause.“ Von Mannheim aus kann der in Wiesbaden Geborene zum Beispiel demnächst zahlreiche Opernhäuser erreichen und so oft Wagner und Mozart, hören wie er mag.

Die Jahre im Ausland, die waren für ihn nie mehr als Stationen. Er hat sie weidlich genutzt, sich ein Netzwerk geschaffen von Kollegen, die mit ihm über Länder- und Datumsgrenzen hinweg forschen. Ganz Ökonom, findet er, dass der Extranutzen des Auslands, ganz nah an der Forschungsfront zu sein, langsam abnimmt. Außerdem wollte er nicht zu lange warten mit der Rückkehr. Es könnte ja sein, dass er dann auch in Deutschland nicht mehr so richtig heimisch wird.

Wenn er nicht Ökonom geworden wäre, dann hätte ihn Geschichte gereizt, eine akademische Laufbahn aber schien für ihn immer klar. „Er hat einen hohen Anspruch an sich und andere und gibt sich nicht mit einfachen Einsichten zufrieden, er will die Sachen immer ganz durchdringen“, sagt sein langjähriger Weggefährte Martin Peitz, der heute angewandte Mikroökonomik ebenfalls in Mannheim lehrt. Und das macht Nocke außerordentlich erfolgreich. Zahlreiche seiner Arbeiten sind in sehr renommierten Fachjournalen erschienen, zum Beispiel dem „American Economic Review“ und dem „Review of Economic Studies“.

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