Sonderzahlungen
EU-Parlament gegen strikte Bonusgrenze für Fondsmanager

Das Europäische Parlament ist vor einer strengen Begrenzung von Bonuszahlungen an Fondsmanager zurückgeschreckt. Dafür sollen schärfere Vorschriften für Depotbanken Fondsanleger in Zukunft besser schützen.
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Stuttgart/StraßburgDie Sonderzahlungen an Fondsmanager sollen nicht so wie bei Banken maximal auf das Zweifache des Grundgehalts begrenzt werden, beschlossen die Abgeordneten des EU-Parlamentes am Mittwoch in Straßburg. Sie folgten damit nicht der Empfehlung des Wirtschaftsausschusses, die strengen Regeln für Banken auf die Fondsbranche zu übertragen. Die Anleger der Fonds mit einem Volumen von gut 6,8 Billionen Euro sollen aber durch schärfere Vorschriften für Depotbanken, die die Einlagen verwalten, besser geschützt werden.

An Vergütungsregeln will das Parlament festlegen, dass die Hälfte der Boni in Fondsanteilen und 40 Prozent erst zeitlich verzögert ausgezahlt werden. Die striktere Bonus-Grenze bei den Banken soll verhindern, dass die Bankmanager zu große Risiken eingehen. Die folgenlose Renditejagd war ein Grund für die 2008 ausgebrochene Finanzkrise. Der CDU-Europaabgeordnete Thomas Mann erklärte, Investmentfonds seien anders als Banken nicht systemrelevant. Deshalb sei es nicht verhältnismäßig, die strikten Regeln auf sie zu übertragen.

Der Grünen-Europaabgeordnete Sven Giegold, der als Verhandlungsführer des Parlaments die Bonus-Grenze vorgeschlagen hatte, äußerte sich dagegen enttäuscht. Die Mehrheit von Konservativen und Liberalen habe damit einen verbesserten Anlegerschutz verhindert. Sie schreckten vor einer umfassenden Veränderung der Kultur in der Finanzwirtschaft zurück.

Das Parlament muss sich über den Gesetzentwurf jetzt noch mit den Mitgliedstaaten einigen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Sonderzahlungen: EU-Parlament gegen strikte Bonusgrenze für Fondsmanager"

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  • Weil die Schlacht um diese Frage gerade erst in diesen Tagen und Wochen ausgefochten wird.

    Viel zu dem Thema finden Sie bei der BUESO.

    Ich teile nicht alle Ansichten der BUESO, aber in diesem Punkt haben diese Leute / Herr Larouche völlig Recht:

    Die Wiedereinführung von Glass-Steagall würde die Macht der (Investement)banken zerschmettern. Die Politik könnte die Macht der Finanzmärkte einfach abschütteln.

    Glass-Steagall ist eine Frage von Freiheit oder Finanzfaschismus bzw. eventuell sogar von Leben und Tod.

  • Es geht um soviel mehr bei dieser Finanz"krise"... es geht um absolute Macht...

    "the powers of financial capitalism had another far-reaching aim, nothing less than to create a world system of financial control in private hands able to dominate the political system of each country and the economy of the world as a whole. This system was to be controlled in a feudalist fashion by the central banks of the world acting in concert, by secret agreements arrived at in frequent private meetings and conferences."

    Tragedy and Hope
    A History of the World in Our Time
    by Carroll Quigley, 1966
    Page 324

    Caroll Quigley war Professor an der Georgetown University

  • wen interessieren denn diese Marginalien????

    Die westliche Hochfinanz raubt gerade ganz Europa durch die "Rettungsschirme" aus!

    Wo ist es denn, das ganze Geld?

    Die Staaten sind überschuldet
    Die Länder sind überschuldet
    Die Gemeinden sind überschuldet
    Die mittelständischen Unternehmen haben zumeist kaum
    Eigenkapital
    Die Haushalte sind großteils vermögenslos oder überschuldet

    ...

    Eine gierige Gruppe von ein paar tausend Menschen saugt den Rest Europas (und nicht nur Europas) aus wie Vampire.

    Und dabei ist das Geld nur ein Stellvertreter für MACHT.

    Der Tag ist nicht mehr fern, an dem sich die Elite nicht mehr kauft, was sie will. Sie wird es sich einfach nehmen.

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