Spekulationen im Netz
Wer gewinnt den Wirtschaftsnobelpreis?

Im vergangenen Jahr lag ein Doktorand mit seinem Tipp auf die Sieger des Wirtschaftsnobelpreises goldrichtig. Auch in diesem Jahr geht er mit einer Prognose an den Start – und ist damit nicht alleine.
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DüsseldorfIm vergangenen Jahr hatte Doktorand Aditya Kuvalekar einen Volltreffer gelandet. Als einer der ganz wenigen Wirtschaftsinteressierten sagte er im Kurznachrichtendienst Twitter die Gewinner des Wirtschaftsnobelpreises voraus. Mit Stolz geschwellter Brust geht er natürlich auch dieses Jahr wieder ins Rennen, bevor am Montag der Nobelpreis verliehen wird. Im Weblog „The Backbenchers“ geht er diesmal mit drei Kandidaten ins Rennen. „Und für alle, die es nicht wissen, meine Erfolgsgeschichte ist nicht so schlecht!“, scherzt der Student der New York University.

Für dieses Jahr sagt Kuvalekar die Wirtschaftsforscher Joshua Angrist (Massachusetts Institute of Technology), David Card (University of California, Berkeley) und Alan Krueger (Princeton University) ganz oben auf der Favoritenliste. Alle drei seien „Giganten auf dem Feld der empirischen Ökonomie“ und hätten sich vornehmend mit Themen wie Schuldbildung oder dem Einkommen von Kriegsveteranen beschäftigt, um bestehende Hypothesen in der Praxis zu überprüfen.

Im vergangenen Jahr ging Kuvalekars Prognose auf, als die beiden US-Ökonomen Alvin Roth und Lloyd Shapley den Preis erhielten. Dass er mit seinem diesjährigen Tipp für das Wirtschafts-Trio nicht ganz falsch liegen könnte, zeigt auch die Beurteilung des Medienkonzerns Thomson Reuters. Das Unternehmen hat die wissenschaftliche Literatur nach den Wissenschaftlern durchforstet, die in der Literatur am häufigsten zitiert werden. Auf dem Gebiet der empirischen Wirtschaftsforschung liegen dabei ebenfalls Angrist, Card und Krueger ganz vorne.

Als weitere Kandidatengruppen gelten demnach das Trio aus David F. Hendry von der University of Oxford, Peter C.B. Phillips von der Yale University und M. Hashem Pesaran, der unter anderem in Los Angeles lehrt sowie das Duo aus Sam Peltzman (University of Chicago) und Richard A. Posner (ebenfalls University of Chicago).

Das Wall Street Journal spekuliert in einem Weblog über gleich mehrere Dutzend Kandidaten, darunter auch als Dauerbrenner die Verhaltensökonomen Robert Shiller (Yale University) und Robert Thaler (University of Chicago).

Ludwig B. Chincarini, Wirtschaftsprofessor und Finanzexperte am kalifornischen Pomona College, nennt in seinem Internetblog Paul Romer und Robert Barro als erste Wahl für den 45. Wirtschaftsnobelpreis. Diese Kandidaten nennt auch Blogger Kuvalekar in seiner Prognose. Barro hat sich unter anderem mit Zentralbanken und Inflation beschäftigt.

Am Montag wird der Gewinner von dem Komitee für den Wirtschaftsnobelpreis bekannt gegeben. Seit der ersten Verleihung im Jahr 1969 wurden 71 Wirtschaftspreisträger geehrt - 56 davon arbeiteten an US-amerikanischen Forschungseinrichtungen. Auch deshalb erntet dieser Preis jedes Jahr neue Kritik. Zudem kommt, dass er nicht, wie die für Literatur und Frieden, auf der Idee des Schweden Alfred Nobel basiert, sondern von der Reichsbank in Stockholm gestiftet wurde. Dennoch wird auch der Wirtschaftsnobelpreis nach ähnlichen Kriterien vergeben, wie Nobel sie in seinem Testament vorgesehen hat.

Annika Reinert
Laura Waßermann
Handelsblatt / Freie Mitarbeiterin

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  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Nassim Nicholas Taleb sollte den Preis bekommen...

  • "Von der schwedischen Reichsbank in Erinnerung an Alfred Nobel gestifteter Preis für Wirtschaftswissenschaften" um es korrekt auszudrücken

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