Staatenübergreifende Zusammenarbeit
Ein Hauch von Davos in der Holsteinischen Schweiz

Der Weltwirtschaft fehlt die Bereitschaft, auf staatenübergreifende Zusammenarbeit zu setzen. Ende vergangener Woche hat das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) gemeinsam mit dem Land Schleswig-Holstein zum Global Economic Symposium eingeladen. Wie die Denkfabrik Politiker, Wissenschaftler und Unternehmer zusammenführen will.

SCHLOSS PLÖN. Die Weltwirtschaft ist krank, sie leidet unter "Globalsklerose". Diese Diagnose stammt von Dennis Snower, Chef des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW). Was er damit meint: "Die mangelnde Bereitschaft, staatenübergreifend an einem Strang zu ziehen." Und die ist heute weiter verbreitet als in den 70er- und 80er-Jahren. Als damals Staaten der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft nicht bereit waren, nationale Kompetenzen abzugeben, nannte Herbert Giersch, der in diesen Jahren das traditionsreiche Kieler Institut geleitet und maßgeblich geprägt hat, dies noch "Eurosklerose".

Bis heute sind die Probleme keineswegs kleiner geworden, meint Snower - und die Ambitionen seines Hauses sind groß: Die Denkfabrik hatte gemeinsam mit dem Land Schleswig-Holstein Ende vergangener Woche zum ersten "Global Economic Symposium" (GES) in das Schloss Plön in der Holsteinischen Schweiz eingeladen. Mehr als 400 Experten aus Politik, Wirtschaft und vor allem der Wissenschaft waren der Einladung gefolgt, um Antworten auf große Fragen zu finden. Wie reagieren wir auf den Klimawandel? Wie schaffen wir ein gerechtes und effizientes Sozialsystem? Wie gelingt der soziale Ausgleich? Und wie profitieren alle von der Globalisierung?

Wie schwierig es den Teilnehmern fiel, gemeinsame Lösungen zu finden, zeigte sich gleich bei einer der ersten Fragen, die auf der Plöner Tagesordnung stand: Wie können Industrieländer verhindern, dass im Zuge der Globalisierung immer mehr Jobs in das billigere Ausland verlagert werden? Möglichst vielen Menschen eine akademische Ausbildung ermöglichen, sagten die einen. Andere zweifelten genau das an: weil neue Kommunikationstechnologien wie das Internet längst dazu geführt haben, dass ehemals nicht handelbare Dienstleistungen wie die Analyse von Röntgenbildern andernorts bearbeitet werden können. Ihr Lösungsvorschlag: die Ausbildung personennaher Dienstleistungen stärken.

Seite 1:

Ein Hauch von Davos in der Holsteinischen Schweiz

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%