Staatsverschuldung

Roland Berger für private Investoren

Die Infrastruktur in Europa muss ausgebaut werden, damit die Region wachsen kann. Davon ist der Unternehmensberater Roland Berger überzeugt - und er fordert Politiker auf, „ideologischen Ballast“ abzuwerfen.
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Roland Berger schlägt Public Private Partnerships für Infrastrukturprojekte vor. Quelle: dpa

Roland Berger schlägt Public Private Partnerships für Infrastrukturprojekte vor.

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BerlinDer Unternehmensberater Roland Berger schlägt ein privat finanziertes Wachstumsprogramm zur Bekämpfung der Staatsverschuldung in Europa vor.

"Weltweit stehen dafür geschätzt 170.000 Milliarden Euro privates Vermögen bereit. Investoren suchen händeringend Anlagemöglichkeiten", sagte der Gründer der gleichnamigen Unternehmensberatung der "Süddeutschen Zeitung".

In Europa seien für den Ausbau und die Modernisierung der Infrastruktur - etwa Straßen und schnelle Internetleitungen - mindestens 1000 Milliarden Euro nötig. Angesichts ihrer Verschuldung könnten die Staaten dieses Geld nicht aufbringen, sagte der 74-Jährige: "Aber das müssen sie auch nicht - denn europaweite arbeitsintensive Infrastrukturprojekte könnten, etwa durch Public Private Partnerships, ohne weiteres privat finanziert und auch betrieben werden. Dazu müsste die Politik nur ideologischen Ballast abwerfen." Dies würde die Wirtschaft ankurbeln und in der Folge dank höherer Steuereinnahmen und geringerer Sozialausgaben die Staatsschulden senken helfen.

Es sei problematisch, dass immer noch "die Ideologie" vorherrsche, "dass Infrastruktur in Europa tunlichst nicht in privaten Händen liegen darf", sagte der Berater. Damit Investoren tatsächlich die nötigen Milliarden bereitstellten, müssten die Regierungen die Regulierung investorenfreundlicher gestalten, etwa im Telekommunikationsmarkt.

Doch die Regierungen würden im Moment bei der Bekämpfung der Euro-Krise nicht auf private Investitionen in Wachstum vertrauen, sondern sich auf Sparpakete sowie Hilfspakete von reichen für arme Länder konzentrieren, kritisierte Berger.

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11 Kommentare zu "Staatsverschuldung: Roland Berger fordert Vertrauen in private Investoren"

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  • Von wem erhält Roland Berger sein Geld? Es ist doch offensichtlich welches Lied er nun wider spielt. Für mich sind seine Aussagen mit größter Vorsicht zu genießen, denn heute hat er diese Meinung und morgen eine andere, was kann und darf man diesem Herrn noch glauben.

  • So, so, 170 Billionen sind "übrig." Wenn ein Student einen solchen Quatsch geschrieben hätte, wäre er durchgefallen. Die erwartete Rendite muss deutlich höher sein als bei alternativen Anlagen. Damit ist eigentlich bewiesen, dass Roland Berger niemals ein Berater gewesen sein kann. Einen solchen Unfug hört man im Orientierungssemester in der Cafeteria, nicht aber bei PwC oder Boston Consulting.

  • Das ist genau der Punkt. Es sollen noch restliche und immer NOCH funktionierende Infrastrukturen an die privaten Investoren abgegeben werden, damit das an die Minderheit umverteilte Vermögen gesichert wird. Herr Berger scheint wohl vergesslich zu sein, entweder wegen seines Alters oder wegen der momentanen Hitze. Bestes Beispiel: Englisches Bahnnetz, das de facto wieder verstaatlicht wurde, nachdem die private Gesellschaft kaum investiert hatte und in zahlreichen Unfällen Passagiere ums Leben gekommen sind. Dieses Beispiel der jüngsten Vergangenheit zeigt am besten, dass Privatisierung bei Infrastrukturen nicht funktioniert hat. Bei kapitalintensiven Strukturen versuchen die privaten Investoren so schnell wie möglich die Kohle wieder abzuziehen. Es ist auch nicht einsehbar, warum der private Investor eine günstige Finanzierung für die Modernisierung von Infrastrukturen garantieren sollte. Die großen Privatbanken können sich zwar günstig finanzieren, aber geben die Vorteile an die Kunden nicht weiter. Da kann doch der Staat genauso gut eine eigene Infrastrukturbank gründen, die sich genauso gut bei der EZB finanzieren kann. Hier kann der Staat - vorausgesetzt die Bank bleibt unabhängig von der Politik, wird mit Fachleuten besetzt und nicht mit Politikern - den Finazierungsvorteil an die Volkswirtschaft weitergeben. Wenn die eigene Bank nicht genug Mittel auftreiben sollte, kann die Bundesrepublik direkt immer noch Anleihen zu 1 % ausgeben. Die sind bei ausländischen Anlegern immer noch sehr begehrt. Ich möchte aber klar stellen, dass nur die Ausnahmebereiche der Wirtschaft in den Händen des Staates bleiben sollten. Der Rest gehört in einer Marktwirtschaft in private Hände.

  • Der alte Neoliberalist Berger will schon wieder ran ans Monopol,nach all den tollen Erfahrungen,die wir bisher mit der Privatisierung machen durften,um nach der Umverteilung mit dem Vermögen das Vermögen langfristig zu sichern.
    Schickt ihn in die Wüste und überlaßt ihm das Monopol auf Wüstensand.

  • Das dumme Geschwätz von Herrn Berger ist wieder ein Beleg dafür, wie wenig Ahnung Unternehmensberater haben und inkompetent sind. Als Dipl.-Kfm. sollte er wissen, dass viele Infrastrukturbereiche natürliche Monopole sind. Gerade bei den Stromnetzen als Beispiel ist es der Fall. Der private Monopolist wird nur seinen Gewinn maximieren wollen und den Cournot Punkt realisieren wollen. Der Markt versagt hier und deshalb rechtfertigt die Ökonomie hier staatliche Eingriffe und nicht Ideologie. Selbst ausländische staatliche Investoren sind da nicht besser. Das Beispiel des holländischen Staatsunternehmens in Deutschland zeigt, dass nur Rendite zählt. Tennet jammert, dass die Rendite von 9 % auf Eigenkapital immer noch zu klein ist. Das Unternehmen möchte keine Risiken tragen und sucht jetzt gierige Vollidioten unter privaten Investoren, die ihr Geld verbrennen wollen (siehe Artikel bei HB zu Tennet). Warum hatte der Staat die Stromnetze vor und nach dem ersten Weltkrieg aufegbaut???Ganz einfach, weil private Investoren genauso wenig an Infrastrukturen interessiert waren wie Heute. Grund: hohe und langfristige Kapitalbindung und begrenzte Rendite. Übrigens war der Staat offen für private Beteiligungen, aber es fanden sich kaum Interessenten. Wer sind Heute die "privaten" Investoren, die so einen Anlagenotstand haben? Das sind vor allem die so "wichtigen und systemrelevanten" Großbanken, die das Geld von Zentralbanken fast umsonst bekommen. Global betrachtet haben nur Wenige das ganze Geld und wissen nicht, was sie damit tun sollen, außer dass sie es noch vermehren wollen. Klar, am besten den Wenigen die Infrastrukturen (die von allen übrigens genutzt werden) geben, investorenfreundliche Regulierung sicherstellen (= Max. Rendite) und so die Mehrheit der Bevölkerung von wenigen finanziellen Mitteln aussaugen. Genialer Vorschlag im Sinne der Krisenbewältigung, Herr Berger, weiter so.

  • Er hat Recht. Und die VOLLIDIOTEN der Berliner Stadtverwaltung - um nur ein Beispiel zu nennen - mobben private Investoren aus den städtischen Wasserbetrieben heraus. Dort wo es staatlich läuft - z.B. beim Flughafen - werden Milliarden versenkt. Hätte man lieber Private den Flughafen bauen lassen; die wären auch so schlau gewesen, und hätten diesen 70 km abseits der Millionenstadt gebaut.

  • Der gute Herr Berger gehört doch schon seit sehr langer Zeit dem Beraterstab von Frau Merkel an. Was sollte jetzt dieser Unsinn?

  • Huch, jetzt kommen wieder die "Privatisierer".

    Haben diese Neo-Liberalisten = Privatisierer nicht schon
    vor der Finanzkrise "gewußt", dass der Staat nicht mir
    Geld umgehen kann, so ziemlich alles, was Geld bringt,
    privatisiert werden muß, aber selbstverständlich ohne jedes Risiko, denn wenn es schief geht, gibt es ja noch
    den dummen Staat, oder richtig "die dummen Steuerzahler".

    Sorry, Herr Berger, wie man sieht, haben auch Sie nichts
    gelernt und hängen Ihren Träumen nach.

  • Man kann ja von Roland Berger halten was man will. Bei dem was er hier sagt stimme ich ihm aber zu. Es gibt versch. Infrastrukturen an der alle in der Bevölkerung ein Interesse haben. Der deutsche Staat kriegt zurzeit noch sehr günstig Kredit. Warum werden damit z.B. nicht Infrastrukturprojekte wie Energiewende und Glasfaser Ausbau mit finanziert in Partnerschaft mit Unternehmen. Der Staat könnte dann hinterher wieder an einem Teil der Gewinne beteiligt werden.

  • Natürlich merkt der was, nämlich, dass keiner mehr Lust hat noch länger den ganzen Unsinn mitzutragen. Und da er ja wahrscheinlich auch nichts anderes kann als Finanzprodukte verkaufen, redet er halt jetzt wieder so, wie man halt immer redet, wenn man glaubt, dass man es besser wüsste.
    Ist halt auch so ein aufgeblasener Typ, wo man besser nicht in der Nähe ist, wenn er auf die Toilette geht.

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