Streitgespräch: Wie lassen sich Banken zähmen?

Streitgespräch
Wie lassen sich Banken zähmen?

Ein Ökonom und ein Banker diskutieren auf Einladung des Handelsblatts über die richtigen Lehren aus der Finanzkrise und den Weg zu einem stabileren Bankensystem. Leidenschaftlich wurde es beim Thema Bankenaufsicht.
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KölnSeit fünf Jahren halten sie die Welt in Atem, sie haben Staaten in den Abgrund gerissen und mussten mit Milliarden Steuergeldern gerettet werden: Banken. Die Insolvenz der US-Investmentbank Lehman Brothers, der die Welt in eine tiefe Wirtschaftskrise stürzte, war für Politiker und Ökonomen ein Warnsignal. Das Finanzsystem ist zu einem gefährlichen Krisenherd geworden. In den vergangenen Jahren wurde daher ein regelrechtes „Feuerwerk an Regulierungsmaßnahmen“ gezündet, wie es Thomas Hartmann-Wendels, Direktor des Instituts für Bankwirtschaft und Bankrecht an der Universität Köln nennt. Das Ziel ist klar: Die Banken sollen sicherer werden. Doch wie das zu schaffen ist, darüber wird noch immer leidenschaftlich gestritten.

Finanzmarktforscher und Banker sind sich dabei nicht immer einig. Das wurde auch bei der fünften Ausgabe des Kölner wirtschaftspolitischen Dialogs deutlich, den das Handelsblatt regelmäßig mit dem Institut für Wirtschaftspolitik an der Universität Köln organisiert. Am Montag diskutierte dabei der Ökonom Thomas Hartmann-Wendels mit dem Präsidenten des Rheinischen Sparkassen- und Giroverbandes Michael Breuer über das Thema „Banken in Europa: Aufsicht und Regulierung.“

Für den Finanzmarktforscher Hartmann-Wendels ist die Sache klar: Banken haben ein Eigenkapitalproblem. „Ich bin dafür, dass die Eigenkapitalquoten steigen“, sagte er. „Und zwar sehr deutlich.“ Er könne sich gut Eigenkapitalquoten über 20 Prozent vorstellen, sagte Hartmann-Wendels.

Eigenkapital ist ein wichtiger Risikopuffer für Geldhäuser. Je höher die Eigenmittel sind, desto größere Verluste können die Banken verkraften. Das Risiko, dass sie in einer Krise vom Staat gerettet werden müssen, sinkt daher. Auch vor der Weltwirtschaftskrise Ende der 1920er Jahre seien die Eigenkapitalquoten der Banken stark gesunken und das Finanzsystem dadurch so anfällig geworden, sagte Hartmann-Wendels. Ähnliches habe sich vor der Krise 2008 wiederholt.

Banken sehen die Forderungen nach hohen Eigenkapitalquoten mit gemischten Gefühlen, denn Eigenkapital ist teuer und mindert daher den Gewinn. Grundsätzlich könne er sich aber auch hohe Eigenkapitalquoten vorstellen, sagte Michael Breuer. Wichtiger als der Gesamtanteil des Eigenkapitals seien jedoch die Anforderungen für die einzelnen Anlageklassen. Hier würden falsche Anreize gesetzt, so Breuer.

Kommentare zu " Streitgespräch: Wie lassen sich Banken zähmen?"

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  • Ich glaube nicht das banken Kontrollirbar sind die Schattenbanken haben jetzt das meiste Geld im Portfolio dies haben die Banken genutzt um von der Regulierung nicht getroffen zu werden. Banken lassen keinen noch so kleinen Betrug aus sieht mann ja an der Deutschen Bank wo Ackermann
    Vorstand war und ausserdem Kuschelt die Politik mit den Banken sieh Goldmann Sachs wo Herr Issing Berater der Bundesregierung ist da ist zu viel Lobby im Spiel auch in Brüssel glaubt mir da wird jees Gesetzt von der Lobby übernommen so das es garnicht wehtut.

  • Ich verstehe die Diskussion nicht.

    Wer für etwas zuständig ist, der ist auch dafür verantwortlich.

    Wer nicht verantwortlich ist, kann nicht zu ständig sein.

    Die letzten Jahre haben gezeigt, dass weder Bankvorstände, noch Politiker, geschweige denn eine Bankenaufsicht sich verantwortlich gezeigt haben.

    Nach obiger Logik können also Bankvorstände, Politiker und die Bankenaufsicht auch nicht für Banken zuständig sein.

    Gezahlt hat der Steuerzahler, also hat man ihn zum Verantwortlichen erklärt und es ist damit zwangsläufig festgelegt, dass er allein für die Bankenführung zuständig und verantwortlich ist.

    Bankenführung, Bankenaufsicht und Politiker waren in dem Zusammenhang ein Flop wie man ihn nicht größer erdenken kann. Sicher, es war nicht das Produkt von wenigen Monaten, sondern von Jahren um nicht zu sagen von Jahrzehnten.

    Es ist etwas aus dem Ruder gelaufen, wie es nicht schlimmer hätte sein können. Außer Sprüchen war nichts gewesen. Es fehlte und fehlt an Substanz!

    Und schauen wir auf die EZB, dann müssen wir feststellen, dass der nächste GAU gerade in der Entstehung ist - m.E. bereits im fortgeschrittenen Stadium. Diesmal wird es ein SUPERGAU und es muss tunlichst darauf geachtet werden, dass kein Verantwortlicher entkommt. Das Strafrecht muss verstärft und nicht durch den ESM-Vertrag ausgeschlossen werden.

  • "Die Banken" sind nur Werkzeuge in den Händen einer winzigen unglaublich mächtigen internationalen Finanzelite.

    Es muss darum gehen diese Macht zu zerschlagen bevor diese Europa in einen totalitären und damit nach belieben steuerbaren Superstaat ungewandelt hat.

    Dies wird in Zeiten offener Märkte und Kaiptalverkehrsfreiheit nur auf gesamteuropäischer Ebene zu erreichen sein. Der Punkt ist nur, dass weder das EU-Parlament und schon gar nicht die Brüssler-Technokraten sich anschicken dies zu versuchen.

    Solange der Druck von der Straße auf die Politik nicht höher als der Druck von Oben ist, wird gar nichts passieren.

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