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Studie: Besser als sein Ruf - Venture Capital in Deutschland

Häufig sind es Vorurteile, die institutionelle Anleger davon abhalten, in deutsche Venture ...

Häufig sind es Vorurteile, die institutionelle Anleger davon abhalten, in deutsche Venture Capital-Fonds zu investieren. Der Venture Capital Standort Deutschland ist aber viel besser als sein Ruf und bietet enormes Wachstumspotenzial. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktu-elle Studie aus dem Hause von Mackewicz & Partner.
Gemessen an seinem Innovationspotenzial weist Deutschland einen erheblichen Nachhol-bedarf bei Venture Capital auf. Erst bei einer Verdreifachung der aktuellen Venture Capital Investitionen würde Deutschland beispielsweise das Niveau der VC-Investitionen in Großbri-tannien erreichen. Diese Diskrepanz zählt zu den zentralen Ergebnissen einer umfangrei-chen Studie von Mackewicz & Partner: "Why invest in German venture capital?" Im Rahmen einer weitgehenden Analyse wurden sowohl institutionelle Investoren als auch Unternehmer über ihre Einschätzung zum Venture Standort Deutschland befragt. Die Studie beinhaltet auch eine Übersicht der aktuellen Rahmenbedingungen und bestehende Technologiepotenziale Deutschlands.
Die deutsche VC-Industrie hat sich den Ergebnissen der Studie zufolge innerhalb der letzten fünf Jahre professionalisiert. Die steuerrechtlichen Rahmenbedingungen sind gefestigt - die Unsicherheit der vergangenen Jahre ist aus dem Markt genommen. Auf Unternehmensseite sieht man immer mehr erfahrene und sogar Serien-Unternehmer, die mit Hilfe von Venture Capital professionell wachstumsstarke Technologieunternehmen aufbauen können. Qualitativ hochwertige Investmentgelegenheiten gibt es zu genüge, nicht zuletzt im Angesicht der hohen Technologiepotenziale in Bereichen wie der Medizintechnik, Energie- und Umwelttechnik, Laser/Photonik, Nanotechnologie und dem Wireless-Bereich Darüber hinaus bieten unterfinanzierte, am Markt etablierte Unternehmen eine Chance für kurzfristige Investments mit hohem Renditepotenzial. "Die Bedingungen auf der Investitionsseite stimmen", fasst Götz Hoyer von Mackewicz & Partner zusammen.
Dennoch bleibt der deutsche Markt angesichts des wesentlich größeren angelsächsischen VC-Marktes ein "emerging market" - allerdings mit hohen Wachstumspotenzialen. Während lokale Investoren sich noch zurückhalten, scheinen ausländische Institutionen ein besseres Gespür für die Chancen im deutschen VC-Markt zu haben. Die aktuell erfolgreiche Auflage neuer Fonds resultiert in der Regel auf Kapitalzuflüssen ausländischer Investoren. Als Engpass erweist sich unverändert das Thema Börsengang. Allerdings gibt es hier in Deutschland kein strukturelles Problem - es handelt sich vielmehr um ein temporäres Problem fehlender Nachfrage nach Aktien.
Der Einstiegszeitpunkt in die Anlageklasse Venture Capital für institutionelle Investoren ist günstiger denn je. Die für die Rendite von Venture Capital Investments entscheidenden Ein-stiegsbewertungen der Beteiligungsunternehmen sind auf einem historisch niedrigem Stand. Gleichzeitig zeichnet sich ab, dass aus der gegenwärtigen Konsolidierungsphase nur die besten Fondsmanager hervorgehen. Uwe Fleischhauer, Mackewicz & Partner resümiert: "Für Deutschland erwarten wir die Etablierung von 15 bis 20 bedeutsamen VC-Gesellschaften". Und dass Venture Capital auch in Deutschland "funktionieren" kann, zeigt die Performance der sechs erfolgreichsten Venture Capital Fonds der letzten zwei Dekaden: Diese haben im Durchschnitt eine jährliche Rendite (Internal Rate of Return) von 73% für die Investoren erzielt.

Quelle: FINANZ BETRIEB, 28.02.2005

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