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Studie: Verbriefungen sind für den Mittelstand zu teuer

Mittelständische Unternehmen sind vom Markt zur Verbriefung von Unternehmens- und ...


Mittelständische Unternehmen sind vom Markt zur Verbriefung von Unternehmens- und Leasingforderungen faktisch ausgeschlossen. Zu diesem Ergebnis kommt eine vom Beirat der True Säle International GmbH (TSI) in Auftrag gegebene Studie von Prof. Ulrich Hommel, dies meldet die Börsen-Zeitung am 15. 4. 2005. TSI-Beiratsvorsitzender und KfW-Chef Hans W. Reich sprach sich für die Beseitigung der dafür ursächlichen steuerlichen Hürden aus.
Haupthindernis sei die Belastung mit Gewerbesteuer. Die hälftige Zurechnung von Dauerschuldzinsen bei der Verbriefungsgesellschaft treibe die Kosten dieses Finanzierungsinstruments in die Höhe, erläuterte Hommel, Rektor der European Business School, bei Vorstellung der Studie in Berlin. Anders als bei der Verbriefung von Bankkrediten sind die Gesellschaften zur Verbriefung von Unternehmens- und Leasingforderungen nicht von der Hinzurechnung der Dauerschuldzinsen bei der Gewerbesteuer befreit. Weitere Hindernisse bei der Insolvenzfestigkeit oder bei der Bilanzierung hält Hommel für überwindbar.
Größere Unternehmen wichen für Verbriefungen aus Kostengründen ins Ausland aus. Der deutsche Mittelstand begegne Verbriefungsgesellschaften in Offshore-Ländern aber mit Ablehnung. Bei anderen Angeboten, etwa des britischen Markts, sei der Unternehmer mit umfangreichen Verträgen in englischer Sprache konfrontiert. Derzeit sei das Instrument erst von einem Finanzierungsvolumen von rund 25 Mill. Euro an rentabel. Damit seien Unternehmen mit einem Umsatz von weniger als 250 Mill. Euro faktisch ausgeschlossen.
Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) unterstützen die Forderung nach steuerlicher Erleichterung und die Gleichstellung mit Bankverbriefungen. "Wir brauchen im Mittelstand zusätzliche Finanzierungsinstrumente", sagte Klaus Bräunig, Mitglied der BDI-Hauptgeschäftsführung. Der zunehmende Stellenwert des Ratings erfordere Optimierung und Verbreiterung von Finanzierungsstrukturen. DIHK-Vize-Hauptgeschäftsführer Axel Nitschke unterstrich wegen der nach wie vor "wenig rosigen" Eigenkapitallage der Unternehmen die Notwendigkeit alternativer Finanzierungsformen.
Großes Marktpotenzial: Befürchtungen hoher Steuerausfälle seien unbegründet, unterstrich Reich. Nach Modellrechnungen der Studie lägen die Ausfälle bei der Gewerbesteuer nur in einstelliger Millionenhöhe. Der Effekt würde allein durch günstigere Refinanzierungen und Gewinnsteigerungen bei den Körperschaftsteuereinnahmen überkompensiert. Der deutsche Markt für Verbriefung von Handelsforderungen wird den Wissenschaftlern zufolge je nach Wachstumsannahmen bis 2009 auf knapp 7 bis 21 Mrd. Euro zulegen. Mit steuerlicher Flankierung steige das Wachstumspotenzial auf 10 bis 32 Mrd. Euro. 2004 lagen die verbrieften Handelsforderungen bei 2,9 Mrd. Euro. Bei Leasingforderungen liege das Marktpotenzial bei 13 bis 17 Mrd. Euro ohne und 14 bis 19 Mrd. Euro mit Gesetzesänderung.
In einer der nächsten Ausgaben des FINANZ BETRIEB wird ein ausführlicher Beitrag zu der Studie veröffenlticht

Quelle: FINANZ BETRIEB, 19.04.2005

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